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Kampf gegen den Terror : Der „Islamische Staat“ im Irak

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Demonstranten in der irakischen Stadt Mossul zeigten 2014 öffentlich ihre Unterstützung für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ Bild: AP

Der Aufstieg des „Islamischen Staats“ begann im Irak. Die Miliz terrorisierte weite Teile des Landes. In den vergangenen Monaten aber hat sie an Einfluss verloren. Der Sturm auf Mossul könnte die Lage nun endgültig verändern.

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          Am Montagmorgen hat die lang angekündigte Offensive gegen den „Islamischen Staat“ in der Großstadt Mossul begonnen. Schon seit etlichen Monaten schwindet der Einfluss der Terrormiliz im Irak, dem Land, in dem ihr Aufstieg einst begann. Ein Rückblick.

          2003

          Der jordanische Terrorist Abu Musab al Zarqawi gründet die Terrormiliz „at-Tauhid wa-l-Jihad“ (Einheitsbekenntnis und Heiliger Krieg) als Vorläufer des späteren „Islamischen Staates“ (IS). Im Irak will er mit seinen Anhängern die amerikanischen Besatzungstruppen und den neuen irakischen Staat bekämpfen. Die meisten Kämpfer der Miliz sind Sunniten, die sich von den Schiiten politisch und religiös unterdrückt fühlen. Die ersten Anführer der neuen Miliz stammen aus dem Umfeld des Terrornetzwerks Al-Qaida.

          2004

          Al Zarqawi schließt sich Al-Qaida an, indem er Usama bin Ladin einen Treueschwur leistet. Dieser ernennt al Zarqawi zu seinem Stellvertreter im Irak. Die Terrormiliz verübt schwere Attentate auf Zivilisten, aber auch auf Parteien und am Demokratisierungsprozess Beteiligte. Zum ersten Mal inszeniert die Terrormiliz eine Hinrichtung für die Medien: Zarqawi lässt filmen, wie die amerikanische Geisel Nicholas Berg geköpft wird.

          2005

          Die Terrormiliz erhält Zulauf von Dschihadisten aus aller Welt. Auch viele Iraker schließen sich ihr an, da im Zuge des Einmarschs der Vereinigten Staaten staatliche Institutionen wie die Armee oder der Geheimdienst zerschlagen wurden. Zugleich ändert die Miliz ihre Strategie: Statt Entführungen und einzelnen Ermordungen verübt sie spektakulärere Anschläge. Bei Bombenattentaten in Bagdad sowie dem West- und Nordirak sterben mehr als 700 Menschen. Auch in Jordanien verübt die Miliz Anschläge, wie im November auf internationale Hotels in der Hauptstadt Amman.

          2006

          Nach einem Bombenangriff auf ein schiitisches Heiligtum verschärfen sich die Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten, im Irak bricht ein neuer Bürgerkrieg aus. Für den Anschlag wird die irakische Al-Qaida verantwortlich gemacht. Auch al Zarqawi und seine Anhänger fachen die Spannungen zwischen den Konfessionen weiter an. Al Zarqaw stirbt im Juni in Folge eines Luftschlages der Vereinigten Staaten. Der bereits im Januar zum Anführer erklärte Abu Abdullah ar-Raschid al-Baghdadi wird nun auch faktisch zum Chef der Miliz.

          2007

          Der „Islamische Staat im Irak“ (ISI) verübt Anschläge mit rund 520 Toten, vor allem in Mossul, aber auch in den Städten Bagdad, Baquba und Tal Afar. Die Vereinigten Staaten erhöhen die Anzahl ihrer Truppen. Es gelingt ihnen so, die Terrormiliz vorübergehend zurückzudrängen. Widerstand gegen ISI kommt auch von den Irakern selbst: In der Provinz Anbar lehnen sich sunnitische Stämme gegen die Miliz auf.

          2010

          Im April wird der Anführer von ISI, al-Baghdadi, bei einer durch irakische und amerikanische Truppen durchgeführten Operation getötet. Abu Bakr Al-Baghdadi übernimmt die Führung der Miliz.

          2011

          Um gegen die Führung in Damaskus zu kämpfen, schickt Al-Baghdadi ISI-Kämpfer nach Syrien. Dort gründen diese einen neuen Al-Qaida-Ableger, die Al-Nusra-Front. Das Ziel eines eigenen islamischen Staates rückt mit der Ausweitung der Operationen auf Syrien und eine interne Neuorganisation von ISI näher.

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