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Nach Ultimatum : Milizen im Irak drohen türkischen Soldaten

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Wie hier in Sinjar, kommt es derzeit überall im Nordirak immer wieder zu Luftschlägen und Gefechten Bild: AP

Ankara hat eine 48-Stunden-Frist des irakischen Ministerpräsidenten ignoriert. Nun drohen schiitische Milizen, gewaltsam gegen türkische Soldaten vorzugehen, die sich im Irak befinden. Die Türkei reagiert umgehend.

          Schiitische Milizen drohen der Türkei, gewaltsam gegen deren Soldaten im Irak vorzugehen. Die Einheiten sollten umgehend abgezogen werden, forderten mehrere paramilitärische Gruppen am Mittwoch. Eine vom irakischen Ministerpräsidenten Haider al Abadi zuvor gesetzte 48-stündige Frist zum Abzug der Truppen wurde von der Türkei ignoriert. Das türkische Außenministerium erklärte, die Entsendung von Soldaten in den Nordirak sei gestoppt worden. Die Truppen, die sich dort bereits aufhielten, würden jedoch bleiben.

          Die Türkei hatte in der vergangenen Woche Soldaten in den Norden des Irak geschickt. Sie schützen nach Angaben der Regierung in Ankara türkische Ausbilder. Diese sollen irakische Soldaten in die Lage versetzen, die im Sommer 2014 von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ eingenommene Metropole Mossul zurückzuerobern. „Es ist kein Akt der Aggression, sondern ein Akt der Solidarität", sagte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu.

          Als Reaktion auf die Drohungen rief das türkische Außenministerium allerdings noch am Mittwoch die türkischen Staatsangehörigen auf, alle irakischen Provinzen zu meiden mit Ausnahme von Dahuk, Erbil und Suleimanije, die in der autonomen Kurdenregion im Norden liegen. Das Ministerium begründete dies mit der jüngsten Zunahme von Drohungen gegen türkische Unternehmen und Aufrufen zu „Gewalt, Terror und Entführungen".

          Unterdessen haben türkische Kampfflugzeuge im Nordirak abermals Stellungen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) bombardiert. Mehrere Ziele seien bei den Luftangriffen in der Nacht zu Mittwoch zerstört worden, teilte die Armee mit. Ein PKK-Sprecher im Irak sagte, die knapp einstündigen nächtlichen Angriffe hätten sich gegen drei Dörfer gerichtet, doch seien keine Mitglieder der Gruppe getötet worden. Ein kurdischer Verwaltungsbeamter bestätigte dies, doch wurden seinen Angaben zufolge Wasser- und Elektrizitätsleitungen beschädigt.

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