https://www.faz.net/-gq5-78ynh

Luftangriffe auf Syrien : Erdogan bezeichnet israelische Aktionen als „inakzeptabel“

  • Aktualisiert am

Trotz Erdogans  deutlichen Worten machte die Annäherung zu Israel weitere Fortschritte. Man erwarte eine baldige Einigung über die Entschädigung der neun türkischen Opfer bei  der israelischen Erstürmung des Gaza-Hilfsschiffs „Mavi Marmara“ im Mai 2010,  hieß es aus dem Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Am Montag war dort zum ersten Mal seit mehreren Jahren eine türkische  Regierungsdelegation eingetroffen, um über das Abkommen zu verhandeln, zu dem auch die Vereinigten Staaten beide Seiten eindringlich aufgefordert hatte. Erdogan wird am  16. Mai in Washington erwartet. Berichten zufolge wollen beide Länder einen Fonds bilden, in den das Geld aus Israel eingezahlt wird. Unklar ist bisher aber, wie die Vereinbarung mit der türkischen Forderung nach einer Aufhebung der Blockade des Gazastreifens umgehen wird. Erdogan will noch in diesem Monat den von der radikal-islamischen Hamas regierten Gaza-Streifen besuchen. Israel lehnt eine Aufhebung der Blockade ab.

Der amerikanische Außenminister John Kerry reiste unterdessen am Dienstag zu Gesprächen nach Moskau. Dort wollte er den russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie Außenminister Sergej Lawrow treffen und für einen härteren Kurs gegenüber dem Assad-Regime werben.

Russland ist ein enger Partner Assads; das russisch-amerikanische Verhältnis gilt auch wegen der gegensätzlichen Positionen im Syrien-Konflikt als belastet. Kerry sagte vor dem Treffen mit Putin, sowohl Amerika als auch Russland hätten ein Interesse an Stabilität in der Region und wollten verhindern, dass sich im Zuge des Syrien-Konflikts dort islamistische Extremisten festsetzten.

Bemühungen um neue Friedensverhandlungen

Vor der Ankunft des Netanjahus an diesem Mittwoch in Peking haben die Bemühungen um neue Friedensverhandlungen die jüngsten Ereignisse in Syrien in den Hintergrund  treten lassen. In Jerusalem mehrten sich die Hinweise darauf, dass Netanjahu auf  amerikanische Bitten zu Gesten des Entgegenkommens gegenüber den Palästinensern  bereit ist. Nach Angaben des israelischen Armeerundfunks weigert sich Netanjahu  derzeit, neue Wohnungen in den Siedlungen zum Bau auszuschreiben.

Schon seit  dem Besuch des amerikanischen Präsidenten Barack Obama seien im Westjordanland  keine Bauprojekte ausgeschrieben oder genehmigt worden, teilte die Organisation  „Peace now“ mit. Wohnungsbauminister Uriel Ariel bestritt Äußerungen von  Mitarbeitern Netanjahus, wonach es keine Änderung bei den Genehmigungsverfahren  gegeben habe. Derzeit warteten 2500 Ausschreibungen auf eine endgültige  Genehmigung, sagte Ariel im Rundfunk.

An diesem Mittwoch trifft die israelische  Justizministerin  Zipi Livni in Rom den amerikanischen Außenminister John  Kerry; sie ist auch für Friedensverhandlungen zuständig. In Peking legte  Präsident Xi Jinping während eines Treffens mit dem palästinensischen  Präsidenten Mahmud Abbas einen Friedensplan vor, der ebenfalls ein Ende des  Siedlungsbaus sowie der Abriegelung des Gazastreifens verlangt.
 

Topmeldungen

Brexit-Deal : Kein Tag der Entscheidung

Auch Boris Johnson ist nicht immun gegen das, was seiner Vorgängerin Theresa May widerfahren war. Mehr als drei Jahre nach dem Referendum liegt der Austritt des Vereinigten Königreichs weiter im Nebel. Vielleicht kann das bei einem Thema von dieser Bedeutung nicht anders sein.
Berlin regelt das Wohnen neu.

Mietendeckel und mehr : Vermieter, hört die Signale!

Was der rot-rot-grüne Senat in Berlin ausgeheckt hat, ist der wohl drastischste Eingriff in die deutsche Eigentumsordnung seit Jahrzehnten.

Zukunft der Menschheit : Eine Batterie für alles!

Mit einem Handy fing alles an, inzwischen geben Autohersteller jährlich dutzende Milliarden dafür aus: Lithium-Ionen-Akkus treiben heute zahllose Geräte an. Die größte Zeit der Batterien steht aber noch bevor.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.