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Libyen : Übergangstruppen nehmen Hafen von Sirte ein

  • Aktualisiert am

Gaddafi-Gegner kurz vor Sirte Bild: REUTERS

Truppen des Nationalen Übergangsrats haben nach eigenen Angaben den Hafen von Sirte erobert. Der Widerstand der Gaddafi-Kämpfer ist aber noch nicht in der ganzen Stadt gebrochen.

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          Die Truppen der neuen libyschen Führung haben nach eigenen Angaben den Hafen der Heimatstadt des langjährigen Machthabers Muammar el Gaddafi unter ihre Kontrolle gebracht. Das Gelände im Osten der Stadt sei in der Nacht zum Dienstag nach Gefechten mit Gaddafi-treuen Kämpfern besetzt worden, sagte ein militärischer Vertreter des Nationalen Übergangsrats. Die Truppen bereiteten sich nun auf die weitere Einnahme der Stadt und auf damit verbundene „Straßenkämpfe“ vor. Inzwischen würden die Truppen in die angrenzenden Wohngebiete im Osten der Heimatstadt des Muammar al-Gaddafi vorrücken, verlautete aus Militärkreisen in der Hauptstadt Tripolis.

          Sirte, das etwa 360 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis liegt, wurde bis zuletzt von Gaddafi-Getreuen gehalten. In den vergangenen Tagen verstärkten die in Libyen kämpfenden NATO-Einheiten und die Truppen der neuen Führung des Landes jedoch den militärischen Druck auf die Stadt. Über mögliche Opfer bei der Einnahme des strategisch wichtigen Hafens am Mittelmeer wurde zunächst nichts bekannt.

          Die in Sirte verschanzten Gaddafi-Kämpfer leisten seit zwei Wochen heftigen Widerstand gegen die Übergangsratstruppen, die danach trachten, die letzten Bastionen des gestürzten Machthabers unter ihre Kontrolle zu bringen. Gaddafi ist seit dem Fall von Tripolis an die vormaligen Rebellen vor mehr als einem Monat untergetaucht.

          Übergangstruppen feuern rund um Sirte auf Gaddafikämpfer. Hunderte Familien verlassen die Stadt
          Übergangstruppen feuern rund um Sirte auf Gaddafikämpfer. Hunderte Familien verlassen die Stadt : Bild: dapd

          Gaddafi will in Libyen als „Märtyrer“ sterben

          Unterdessen hat Muammar al-Gaddafi einem Bericht zufolge versichert, sich weiterhin im Land aufzuhalten und dort als „Märtyrer“ sterben zu wollen. Behauptungen, er halte sich in Venezuela oder im Niger auf, seien Lügen. „Die Helden haben Widerstand geleistet und sind als Märtyrer gefallen“,sagte er laut der Internetseite des Gaddafi-treuen Fernsehsenders Allibija vom Dienstag. „Auch wir rechnen damit, als Märtyrer zu sterben“, ergänzte er demnach in einer Ansprache im Lokalradio seiner Bastionsstadt Bani Walid im Landesinnern.

          „Durch euren Heiligen Krieg wiederholt ihr die Heldentaten eurer Vorfahren“, betonte Gaddafi laut dem Bericht in seiner Botschaft an Stammeskämpfer. Diese sollten wissen, dass er „im Land“sei. „Ich bin unter meinem Volk, und die kommenden Tage halten für diese Agentenclique eine unerwartete Überraschung bereit“, warnte er demnach mit Blick auf die neue libysche Führung.

          Gaddafi befindet sich seit der Eroberung seiner Residenz in der libyschen Hauptstadt Tripolis Ende August durch die Aufständischen Rebellen auf der Flucht. Bani Walid ist eine der letzten Hochburgen des gestürzten Machthabers und zwischen den Truppen des Nationalen Übergangsrats und Anhängern Gaddafis weiterhin hart umkämpft.

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