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Libyen : Rebellen erobern Adschdabija und Brega

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Aufständische auf einem zerstörten Panzer in Adschdabija Bild: AFP

Die Aufständischen haben die strategisch wichtige Städte Adschdabija und Brega zurückerobert, die über eine Woche von Gaddafis Truppen gehalten wurden. Der amerikanische Präsident Obama sagte, die Luftabwehr Libyens sei ausgeschaltet und Gaddafis Truppen rückten nicht weiter vor.

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          Libysche Rebellen haben die strategisch wichtige Stadt Adschdabija im Osten des Landes von Regierungstruppen zurückerobert. Soldaten von Machthaber Muammar al Gaddafi hielten am Samstag lediglich noch das westliche Stadttor in ihrer Gewalt. Vier Panzer der Gaddafi-Truppen wurden zerstört. Ein Rebellensprecher bezeichnete den Ort als Geisterstadt. „Alles wurde von unseren Kräften vergangene Nacht zerstört“, sagte er. „Nun sind nur noch Leichen in der Stadt zu sehen und Familien, die nicht wissen, wohin sie sollen.“

          Am frühen Abend verkündeten die trebellen dann die Rückeroberung von Brega 80 Kilometer westlich von Adschdabija. „Wir sind im Zentrum von Brega“, sagte der Rebellenkämpfer Abdelsalam el Maadani per Telefon der Nachrichtenagentur AFP. „Gaddafis Truppen ziehen sich zurück und dürften nun in El Bischer (30 Kilometer) westlich von Brega sein“, sagte el Maadani. Ein Journalist, der die Rebellen begleitete, bestätigte die Rückeroberung Bregas. Er habe Rebellen-Kämpfer im Zentrum der Stadt gesehen, sagte er AFP. Die Regierungstruppen hätten sich vollständig zurückgezogen.

          Adschdabija war mehr als eine Woche von Gaddafis Truppen belagert worden, die vor dem Eingreifen der internationalen Koalition am 19. März kurz davor standen, die auf dem Weg nach Benghasi gelegene Stadt endgültig unter ihre Kontrolle zu bringen. Ein Kämpfer sagte der Nachrichtenagentur dapd, der östliche Zugang zur Stadt sei in der Nacht und der westliche am Morgen nach Luftangriffen auf Truppen Muammar al Gaddafis in die Hand der Rebellen gefallen. „Ganz Adschdabija ist frei“, sagte Sadawi.

          Über eine Woche lang wurde Adschdabija von Gaddafis Truppen belagert

          Obama: Militäraktion hat zahllose Menschenleben gerettet

          Der amerikanische Präsident Barack Obama sieht „wichtige Fortschritte“ der internationalen Militäraktion gegen das Regime von Machthaber Muammar al Gaddafi. „Gaddafi hat das Vertrauen seines Volkes sowie die Rechtmäßigkeit zur Herrschaft verloren“, sagte Obama in seiner wöchentlichen Rundfunkrede am Samstag. Die Luftabwehr Libyens sei ausgeschaltet, die Truppen von Machthaber Muammar al Gaddafi rückten nicht weiter gegen die Rebellen vor und bei Benghasi seien sie zurückgeschlagen worden. Er fügte hinzu: „Die Hoffnungen des libyschen Volkes müssen verwirklicht werden.“ Das Weiße Haus kündigte unterdessen eine wichtige Rede Obamas zu Libyen für Anfang der Woche an.

          Der libysche Gewaltherrscher müsse zur Verantwortung gezogen werden. „Diejenigen, die für Gewalt verantwortlich sind, müssen haftbar gemacht werden“, verlangte Obama in der Rundfunkansprache. Zugleich rief er Gaddafi auf, Angriffe auf Zivilisten zu stoppen. Er müsse seine Truppen von belagerten Städten zurückziehen und humanitäre Hilfe zulassen. Das Eingreifen in Libyen sei auch im nationalen Interesse Amerikas gewesen, sagte Obama. Wenn Gaddafi drohe, ein Blutbad anzurichten, drohe dies, die ganze Region zu destabilisieren.

          Zugleich bekräftigte er, dass sich die Vereinigten Staaten in dem nordafrikanischen Land nur begrenzt engagieren wollten. „Wir schicken keinerlei Bodentruppen nach Libyen.“ Nachdem amerikanische Militärs in der ersten Kriegswoche das Kommando übernommen hätten, setzten nun die Partner des Militäreinsatzes die Flugverbotszone und das Waffenembargo durch. Auch arabische Staaten wie Qatar und die Vereinigten Arabischen Emirate hätten Flugzeuge zugesagt. Am Montag will Obama an der Militäruniversität in Washington eine Rede zu Libyen halten.

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