https://www.faz.net/-gq5-874f6

Libanon : Minister finden keine Lösung für Müllkrise

  • Aktualisiert am

Keine Müllverbrennung, sondern eine brennende Barrikade vor Polizeibeamten in Beirut. Bild: dpa

Der Zorn der Bevölkerung dürfte weiter steigen: Auch nach einer fünfstündigen Sitzung des Kabinetts ist keine Lösung der Müllkrise im Libanon in Sicht. Demonstranten lieferten sich in Beirut abermals Straßenschlachten mit der Polizei.

          1 Min.

          Der libanesischen Regierung sind bei einer mehrstündigen Kabinettssitzung weiterhin keine handfesten Ergebnisse zur Beilegung der Müllkrise im Land gelungen. Nach fünf Stunden lehnten die Minister die Vergabe von Aufträgen zur Müllentsorgung an mehrere Unternehmen wegen der hohen Preise ab und beauftragten eine Ministerkommission mit der Suche nach Alternativen. 

          Die Wut wächst

          Die Verzögerung, eine Lösung für die drängende Entsorgung der Abfallberge auf den Straßen der Hauptstadt Beirut zu finden, dürfte den Zorn der Regierungskritiker weiter anfachen, die in den vergangenen Tagen zu Tausenden auf die Straße gingen.

          Auch am Dienstag versammelten sich einige hundert Demonstranten im Zentrum Beiruts. Nach dem Schluss der Kundgebung bewarfen mehrere Gruppen junger Leute die Polizei mit Steinen und zündeten Absperrungen an. Die Polizei drängte sie zurück und nahm mehrere Randalierer fest. Auf Anweisung von Ministerpräsident Tammam Salam wurde eine Mauer aus Betonblöcken wieder entfernt, die Innenminister Nuhad Maschnuk nach den Protesten am Wochenende hatte aufbauen lassen. Die Demonstranten hatten sie als „Mauer der Schande“ bezeichnet.

          Seit dem Auslaufen der Verträge zur Müllentsorgung im Juli türmen sich die Abfälle in den libanesischen Städten. Kritiker werfen der Regierung vor, die neuen Aufträge zu überhöhten Preisen an Firmen mit Verbindungen in die Politik vergeben zu wollen. Die Proteste richten sich aber auch gegen die Korruption und Misswirtschaft der Verwaltung und die politische Blockade, die seit einem Jahr die Wahl eines Präsidenten verhindert. In den Protesten findet die allgemeine Unzufriedenheit über die schlechte Wirtschaftslage und die chronische Lähmung des politischen Systems ihren Ausdruck.

          Topmeldungen

          Corona-Krise : Warum die Zahlen in Spanien wieder ansteigen

          Nirgendwo in Westeuropa gibt es so viele Neuinfektionen wie in Spanien – und das, obwohl nahezu überall Maskenpflicht herrscht und die Behörden wieder Ausgangssperren verhängen. Nun warnt das Auswärtige Amt auch vor Reisen nach Madrid.
          Mike Pompeo und seine Frau Susan bei der Ankunft am Prager Flughafen am 11. August

          Zum Auftakt der Europareise : Pompeo erhält eine deutliche Botschaft

          Der amerikanische Außenminister besucht in dieser Woche vier europäische Länder. Es geht um Truppenstationierungen und um China. Gleich zu Beginn kommt aus Moskau deutliche Kritik: vom deutschen Außenminister.

          Putins Corona-Politik : Der Impfstoff-Murks aus Moskau

          Putin hat mit der Zulassung des weltweit ersten Corona-Impfstoffs vielleicht seinen Sputnik-Moment, doch Sektkorken knallen keine. Das rücksichtslose politische Manöver kann der Impfstoffentwicklung weltweit schaden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.