Lage in Syrien :
UN spricht von Genozid wie in Ruanda

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Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee in der Stadt Aleppo
Beim Konflikt in Syrien sind seit Beginn des Aufstands nach UN-Angaben mehr als 100.000 Menschen getötet worden, Millionen sind auf der Flucht. UN-Flüchtlingskommissar António Guterres zieht einen Vergleich zu Ruanda.

Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen António Guterres hat den syrischen Bürgerkrieg mit dem Völkermord in Ruanda verglichen. Ein Drittel der vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR registrierten 1,8 Millionen syrischen Flüchtlinge hätten das Land seit Beginn dieses Jahres verlassen. „Einen so erschreckend raschen Anstieg der Flüchtlingszahlen haben wir seit dem Genozid in Ruanda vor etwa zwanzig Jahren nicht gesehen“, sagte Guterres vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Monatlich werden nach seinen Worten in Syrien 5000 Menschen getötet. Täglich würden 6000 Syrer in die Nachbarländer oder innerhalb des Landes fliehen, sagte Guterres. In Ruanda waren 1994 rund 800.000 Menschen umgebracht worden. Seit Beginn des Aufstands gegen das Regime von Baschar al Assad im März 2011 sind nach UN-Angaben fast 100.000 Menschen getötet worden. Die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos sagte vor dem UN-Sicherheitsrat, zwei Millionen Menschen seien über die Grenzen geflohen, vier Millionen befänden sich innerhalb Syriens auf der Flucht. „Wir sehen nicht nur die Zerstörung eines Landes, sondern auch seines Volkes.“

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