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Krieg in Syrien : Flüchtlingsstrom überfordert Jordanien

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Kinder im Flüchtlingslager Zaatari in Mafraq, Jordanien: Seit Beginn des Syrienkonflikts vor rund zwei Jahren sind mehr als 300.000 Menschen nach Jordanien geflohen Bild: dpa

Mehr als 300.000 Syrer sind mittlerweile vor den Kämpfen in ihrem Land nach Jordanien geflohen. Doch Jordanien ist mit der Versorgung der Flüchtlinge mehr und mehr überfordert.

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          Nach Luftangriffen in mehreren syrischen Provinzen ist die Zahl der Flüchtlinge im Nachbarland Jordanien dramatisch gestiegen. Lokale Medien berichteten am Donnerstag unter Berufung auf Regierungsmitglieder und die Armee, in den vergangenen vier Tagen seien mehr als 24.000 Syrer über die Grenze gekommen. Unter ihnen sind den Angaben nach etwa 9.000 Kranke und Verletzte. Regierungsbeamte sagten, die Behörden seien mit der Versorgung der Flüchtlinge bald überfordert. Sie forderten mehr internationale Unterstützung. Seit Beginn des Konflikts in Syrien im März 2011 haben bereits mehr als 300.000 Syrer in Jordanien Zuflucht gesucht.

          Nach Angaben der Vereinten Nationen ist mittlerweile jeder fünfte Syrer auf humanitäre Hilfe angewiesen. Etwa vier Millionen Personen müssten mit Lebensmitteln, Medikamenten, Elektrizität oder Wasser versorgt werden, teilte das UN-Nothilfebüro OCHA am Mittwoch in New York mit. Die Hälfte der auf Hilfe Angewiesenen lebe in nur drei der 14 Provinzen des Landes: In Aleppo, Homs und in der Gegend um die Hauptstadt Damaskus.

          Nach UN-Angaben sind zwei Millionen Syrer Vertriebene im eigenen Land, knapp 665.000 Personen seien in die Nachbarländer geflohen. Für die erste Hälfte des Jahres benötigen die Helfer nach eigenen Angaben mehr als 1,5 Milliarden Dollar (1,14 Milliarden Euro). Ein Drittel davon werde für die Flüchtlinge in Syrien gebraucht, der größte Teil wird jedoch für die Syrer in Jordanien, der Türkei und im Libanon benötigt. Das UN-Nothilfebüro OCHA richtet seine Hoffnung nun auf eine Geberkonferenz am 30. Januar in Kuwait, bei der weitere finanzielle Hilfen für die Flüchtlingsversorgung beschlossen werden könnten.

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