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Krieg in Syrien : Dutzende Verletzte nach möglicher Giftgas-Attacke

  • Aktualisiert am

Rauch war am Montag über der zu großen Teilen zerstörten Stadt Aleppo zu sehen. Bild: Reuters

In Syrien sollen zahlreiche Frauen und Kinder von abgeworfenen Giftgas-Behältern verletzt worden sein. Auch im belagerten Aleppo verschlimmert sich die Lage.

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          Nahe dem Abschussort eines russischen Hubschraubers in Syrien sind nach Angaben eines einheimischen Rettungsdienstes in der Nacht zum Dienstag Behälter mit giftigem Gas abgeworfen worden. Betroffen seien in der Stadt Sarakeb 33 Menschen gewesen, sagte ein Sprecher des Syrischen Zivilschutzes der Nachrichtenagentur Reuters. Es handle sich vor allem um Frauen und Kinder.

          Die Behälter hätten vermutlich Chlor enthalten. Dies lasse sich vor jedoch nicht bestätigen. Ein Hubschrauber habe die mittelgroßen Fässer über dem Rebellengebiet abgeworfen. Der Syrische Zivilschutz, der sich selbst als neutrale Gruppe freiwilliger Rettungshelfer beschreibt, stellte ein Video auf YouTube, das Männer in Atemnot zeigen soll. Sie bekommen von Helfern Atemschutzmasken gereicht.

          Syrien : Hubschrauber wirft angeblich Giftgas-Fässer ab

          Am Montag war ein russischer Transporthubschrauber nahe Sarakeb abgeschossen worden. Dabei kamen nach russischen Angaben alle fünf Insassen an Bord ums Leben. Der Helikopter wurde in der Provinz Idlib abgeschossen, etwa auf halber Strecke zwischen der umkämpften Großstadt Aleppo und dem russischen Stützpunkt Chmeimim nahe der Küste.

          25.000 Menschen in Aleppo geflohen

          Wegen der andauernden Gewalt in der syrischen Stadt Aleppo sind dort nach Angaben der Vereinten Nationen zudem in der Nacht von Sonntag auf Montag rund 25.000 Menschen aus ihren Häusern geflohen. Mehr als 12.000 der Geflüchteten seien Kinder, teilte UN-Sprecher Michele Zaccheo am Dienstag in Genf mit. Die Menschen hätten in Parks, Moscheen und anderen Gebäuden Schutz gesucht.

          Der Sprecher bezog sich auf Angaben des Kinderhilfswerks Unicef, nach denen Rebellengruppen ihre Angriffe im Westen Aleppos auf Truppen des Diktators Baschar al-Assad verschärft hätten. Beide Seiten hätten schwere Waffen wie Artillerie eingesetzt.

          Viele der Geflohenen seien im Verlaufe des mehr als fünf Jahre dauernden Konflikts in Syrien bereits mehrmals vertrieben worden, hieß es. Unicef und andere humanitäre Organisationen unterstützten die Menschen mit Hilfsgütern.

          Gruppen bestreiten Einsatz von Chemiewaffen

          In dem Bürgerkrieg kämpfen das Assad-Regime, Rebellengruppen und Terrormilizen wie der „Islamische Staat“ um die Macht. Nach Schätzungen von UN-Mitarbeitern kamen bisher 300.000 Menschen ums Leben. Millionen Männer, Frauen und Kinder sind innerhalb und außerhalb Syriens auf der Flucht.

          Sowohl die Regierung in Damaskus als auch die Opposition bestreiten den Einsatz chemischer Waffen in dem seit fünf Jahren andauernden Bürgerkrieg. Der Westen wirft der syrischen Regierung jedoch vor, die Verantwortung für Angriffe mit Chlorgas und anderen chemischen Waffen zu tragen. Die Regierung in Damaskus und Russland beschuldigen ihrerseits die Rebellen. Weder von der syrischen Regierung noch vom mit ihr verbündeten Russland war zunächst eine Stellungnahme zu den am Dienstag abgeworfenen Giftgas-Behältern zu erhalten.

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