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Krieg in Libyen : Weitere Attacken Gaddafis gegen Rebellen

  • Aktualisiert am

Gaddafi-Anhänger heute am Rande einer Demonstration in Tripolis Bild: dpa

Die Alliierten nehmen die libyschen Kommandostrukturen weiter ins Visier, gleichwohl greift das Gaddafi-Regime weiter Rebellen an. Ein gezielter Angriff auf den Diktator wird ausgeschlossen, einer seiner Söhne soll jedoch ums Leben gekommen sein.

          Im Krieg gegen Libyen ist der Ausgang nach wie vor offen: Die Alliierten greifen libysche Panzer und Kommandostrukturen an - doch Staatschef Muammar al-Gaddafi setzt die Attacken gegen Rebellen im Land fort. Angriffe der Gaddafi-Truppen wurden am Montag aus Al-Sintan südwestlich von Tripolis und aus der Stadt Misrata im Westen gemeldet. London und Washington schließen dennoch einen gezielten Angriff auf Gaddafi selbst aus. Der Diktator will bei einem „grünen Marsch“ auf Bengasi nach einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Jana Tausende Anhänger in die größte von Rebellen gehaltene Stadt schicken.

          Die Alliierten beschädigten auf einem Militärstützpunkt, auf dem Gaddafi und seine Familie leben, ein Kommandozentrum angeblich schwer. Die EU weitete die Sanktionen gegen Libyen aus, die Nato stritt weiter über die Führungsrolle bei den Aktionen gegen Gaddafi. Auf Antrag Libyens trat der UN-Sicherheitsrat in New York am Montag zu einer Sondersitzung zusammen.

          Cameron: „Libyen muss Gaddafi loswerden“

          Trotz angeblicher Waffenruhe attackierten dessen Truppen am Montag Stellungen der Rebellen in der Stadt Al-Sintan. Das berichtete der Sender Al-Arabija unter Berufung auf Augenzeugen. In Misrata sollen sechs Menschen getötet worden sein. Ein Sprecher der Aufständischen sagte dem Sender, den Rebellen sei es gelungen, die Angreifer weiter aus der Stadt Misrata zu drängen. Gaddafi-Anhänger versuchten nach Angaben einer Website der Aufständischen in der Rebellenhochburg Bengasi Angst und Schrecken zu verbreiten.
          Ein Sprecher der französischen Streitkräfte sagte am Abend, die auch am Montag über Libyen eingesetzten französischen Kampfflugzeuge seien bisher bei insgesamt 55 Einsätzen rund 400 Flugstunden in der Luft gewesen, hätten aber am Sonntag und Montag keine Waffen eingesetzt. Der Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ sei von Dienstag an einsatzbereit. Im griechischen Fernsehen hieß es, das Schiff könne vom Südwesten Kretas aus in den Konflikt eingreifen. Es ist mit 20 Flugzeugen und Hubschraubern bestückt. Von Kreta aus können Kampfbomber binnen 20 Minuten die Region um die libysche Hafenstadt Bengasi erreichen.

          Großbritannien strebt nach den Worten von Premierminister David Cameron keinen Regimewechsel mit militärischen Mitteln an. „Libyen muss Gaddafi loswerden“, sagte er im Unterhaus. Nachdem der britische Verteidigungsminister Liam Fox zunächst dem Sender BBC gesagt hatte, ein Angriff auf Gaddafi selbst sei „eine Möglichkeit“, schloss der britische Generalstabschef David Richards später einen Militärangriff zur Tötung des Machthabers aus. Die UN-Resolution 1973 erlaube dies nicht. Auch der amerikanische Verteidigungsminister Robert Gates hatte gesagt, ein Angriff auf Gaddafi wäre „unklug“.

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