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Krieg in Libyen : Die internationale Koalition gegen Gaddafi

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Bild: F.A.Z.

Die Vereinigten Staaten haben elf Kriegsschiffe ins Mittelmeer entsendet. Frankreich verlegte den Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ ins Einsatzgebiet, Großbritannien stationierte unter anderem ein mit Marschflugkörpern bewaffnetes U-Boot vor Libyen. Eine Übersicht der Koalitionsstreitkräfte.

          Amerika hat elf Kriegsschiffe im Mittelmeer. Davon sind acht der „Joint Task Force Odyssey Dawn“ zugeordnet, darunter zwei Lenkwaffenzerstörer und drei U-Boote, die mit Marschflugkörpern bewaffnet sind. Das größte Schiff des Verbandes ist die „USS Kearsarge“, ein amphibisches Angriffsschiff, auf dem fünf Harrier-Kampfflugzeuge und 22 V-22 Osprey-Kipprotorflugzeuge stationiert sind, die zur Rettung abgeschossener Piloten eingesetzt werden. Die maritime Einsatzkomponente der Koalition wird von der „USS Mount Whitney“ aus befehligt. Von der Luftwaffenbasis Sigonella in Sizilien aus werden Kampfflugzeuge der Typen F-15 und F-16 eingesetzt. Am Sonntag kamen drei B-2-Tarnkappenbomber zum Einsatz, die vom Luftwaffenstützpunkt Whiteman in Missouri gestartet waren. Zu den besonderen Fähigkeiten, die die Amerikaner zur Verfügung stellen, gehören außerdem Flugzeuge zur elektronischen Kampfführung mit Störsignalen (EA-18G Growler, EA-6B Prowler), zur Aufklärung (RC-135 Rivet Joint, P-3 Orion, Drohne RQ-4 Global Hawk) und zur Luftbetankung.

          Frankreich hat seinen Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ ins Einsatzgebiet verlegt. Das Flaggschiff der französischen Marine transportiert 40 Flugzeuge, darunter Rafale-Jagdflugzeuge und Super-Étendart- Jagdbomber. Es wird begleitet von zwei Fregatten und einem U-Boot, die einen Lenkwaffenzerstörer vor der libyschen Küste ergänzen. Von französischen Stützpunkten aus wurden außerdem Mirage-2000-Kampfflugzeuge eingesetzt. Frankreich verfügt über Luftwaffenstützpunkte in Solenzara auf Korsika und in N'Djamena in Tschad.

          Großbritannien hat die Fregatte „Westminster“ (eine weitere in Reserve) und ein mit Marschflugkörpern bewaffnetes U-Boot vor Libyen stationiert. Eurofighter- und Tornado-Kampfflugzeuge wurden auf den italienischen Stützpunkt Gioia del Colle verlegt. In der ersten Angriffswelle starteten Jagdbomber von ihrem Stützpunkt Marham aus und mussten auf ihrem 5000 Kilometer langen Weg luftbetankt werden. Nach Angaben des britischen Verteidigungsministers Fox handelte es sich um „den weitesten Bombereinsatz seit dem Falkland-Krieg“.

          Italien beteiligt sich mit acht Kampfflugzeugen, darunter vier Tornados, die auf die Bekämpfung von Radaranlagen spezialisiert sind. Sie sollen in der Nacht zum Montag erstmals über libyschem Luftraum eingesetzt worden sein. Außerdem stellt Italien sieben Luftwaffenstützpunkte zur Verfügung. Im Einsatzgebiet befinden sich außerdem ein italienischer Zerstörer und eine Fregatte, beide mit Lenkwaffen ausgestattet. Sie wurden bisher weder eingesetzt noch offiziell designiert, werden aber vom Pentagon mit sechs weiteren italienischen Schiffen zu den Koalitionskräften gerechnet. Die Regierung Berlusconi hält den Streitkräfteeinsatz nach der Zustimmung der zuständigen Ausschüsse von Senat und Abgeordnetenhaus für rechtens, will aber dem Parlament die Gelegenheit zu einer Aussprache geben.

          Spanien stellt eine Fregatte, ein U-Boot, ein Marineüberwachungsflugzeug und ein Flugzeug für die Luftbetankung ab. Vier Mehrzweckkampfflugzeuge des Typs F/A-18 Hornet sind in Sardinien stationiert.

          - Kanada hat eine mit Lenkwaffen bestückte Fregatte im MIttelmeer stationiert. Am Wochenende wurden sechs CF-18-Jagdbomber mit 140 Mann Personal nach Italien verlegt.

          Belgien beteiligt sich mit einem Minenjagdboot und sechs F-16-Jagdflugzeugen. Sie wurden auf eine Militärbasis auf der griechischen Peloponnes verlegt. Griechenland stellt Militärbasen zur Verfügung, will aber nicht direkt an Kampfhandlungen teilnehmen.

          Dänemark hat sechs F-16-Mehrzweckkampfflugzeuge und ein Transportflugzeug auf Sizilien stationiert. Vier F-16 flogen am Sonntag ihre erste Patrouille im libyschen Luftraum.

          Norwegen hat am Montag die ersten drei von sechs F-16 auf Stützpunkte in Kreta und Sardinien verlegt.

          Die Vereinigten Arabischen Emirate haben nach Angaben aus Paris 24 Kampfflugzeuge der Bauarten Mirage 2009 und F-16 zugesagt. Die Regierung des Golfstaats äußerte sich bisher nicht zu ihrem Engagement.

          Qatar will nach Angaben aus Paris bis zu sechs Mirage 2000 entsenden. Es wird vom Pentagon offiziell zu den Mitgliedern der Koalition gezählt. „Wir sind dabei, sie in die Region zu bringen“, sagte ein Sprecher am Sonntag.

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