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Krieg im Jemen : Amerikaner retten saudische Piloten 

  • Aktualisiert am

Ein amerikanischer UH-60 Blackhawk: Die amerikanische Armee rettete zwei saudische Piloten. Bild: Reuters

Vor der Küste des Jemen hat die amerikanische Armee zwei saudische Kampfpiloten aus dem Meer gerettet. Die Saudis setzen ihre Angriffe auf die Houthis fort und evakuieren Diplomaten aus Aden. Die Arabische Liga diskutiert am Wochenende über den Einsatz von Bodentruppen.

          Die amerikanische Armee hat vor der Küste des Jemen zwei saudiarabische Kampfpiloten aus dem Meer gerettet. Die Besatzung eines Hubschraubers spürte die beiden Soldaten im Golf von Aden auf und brachte sie in Sicherheit, hieß es am Freitag aus dem amerikanischen Verteidigungsministerium. Demnach hatten sich die Piloten am Donnerstag per Schleudersitz aus ihrem F-15-Jet gerettet. Saudi-Arabien habe die Vereinigten Staaaten um Hilfe gebeten.

          König Salman dankte Präsident Barack Obama am Freitag in einem Telefonat für den Einsatz, wie aus dem Weißen Haus verlautete. Obama habe dem Monarchen in dem Gespräch die Unterstützung für den Kampf gegen die schiitische Houthi-Miliz im Jemen zugesagt, sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats.

          Gleichzeitig hat Saudi-Arabien Dutzende Diplomaten aus der südjemenitischen Hafenstadt Aden in Sicherheit gebracht. Wie der staatliche saudiarabische Fernsehsender El-Echbarija am Samstag berichtete, waren darunter Diplomaten aus Saudi-Arabien und anderen Ländern. Sie seien auf zwei Marineschiffen nach Dschiddah im Westen von Saudi-Arabien gebracht worden.

          Lage in Aden angespannt und chaotisch

          In Aden war die Lage zunehmend angespannt und chaotisch, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. In mehreren Vierteln der zweitgrößten Stadt des Jemen lieferten sich Rebellengruppen Gefechte mit Mitgliedern der präsidententreuen Volkskomitees. Am Freitag wurden bei Kämpfen am Flughafen von Aden mindestens acht Menschen getötet.

          Saudi-Arabien und mehrere weitere arabische Staaten hatten in der Nacht zum Donnerstag militärisch in den Konflikt im Jemen eingegriffen. Am Freitag weitete die Militärkoalition ihre Angriffe auf die Houthis aus. Augenzeugen berichteten von Angriffen auf Militärstützpunkte rund um die Hauptstadt Sanaa sowie im Süden des Landes.  Die Kampfflugzeuge griffen Raketenabschussrampen am internationalen Flughafen von Sanaa sowie weitere militärische Ziele. Der Präsidentenpalast wurde demnach bereits zum dritten Mal bombardiert.

          In der Nacht zum Samstag setzte die Militärkoalition ihre Angriffe in Sanaa fort. Die dritte Nacht in Folge erschütterten Explosionen die Hauptstadt, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Die Angriffe dauerten die ganze Nacht über an und waren gegen 04.00 Uhr beendet. Laut Augenzeugen waren es die schwersten Bombardierungen seit Beginn der Luftangriffe. „Das war eine Nacht mit intensiven Bombardierungen“, sagte eine Ausländerin, die für eine humanitäre Organisation Sanaa arbeitet. „Die Menschen wollen fliehen, aber es gibt keine Flugzeuge, um den Jemen zu verlassen.“

          Möglicher Einsatz von Bodentruppen

          Am Wocheneende sucht Saudi-Arabien Rückendeckung von der Arabischen Liga. Am Liga-Gipfel im ägyptischen Badeort Scharm al Scheich nimmt auch der von den Houthis entmachtete jemenitische Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi teil. Hadi war von den Saudis aus dem Jemen geholt worden.

          Es wird erwartet, dass die arabischen Monarchen und Staatsoberhäupter die Luftangriffe der von Saudi-Arabien geführten Sunnitenallianz unterstützen. Diskutiert werden soll laut Medienberichten auch über den Einsatz von Bodentruppen gegen die Houthis.

          Die Arabische Liga soll zudem die Bildung einer panarabischen Kriseneingreiftruppe beschließen. Anlass ist die Gefährdung mehrerer Liga-Staaten durch die Terrormiliz “Islamischer Staat“ (IS), die nach ihren Eroberungen in Syrien und im Irak Ableger auf dem ägyptischen Sinai, in Libyen und anderen Staaten gebildet hat. Die Außenminister der Arabischen Liga hatten sich bereits für den von Ägypten eingebrachten Vorschlag der Eingreiftruppe ausgesprochen.

          Iran warnt vor „übermotivierten Ambitionen“

          Im Jemen kämpft die schiitische Houthi-Miliz gegen die Führung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Die internationale Militärallianz unterstützt Hadi, die Houthi-Rebellen werden mutmaßlich von Ex-Präsident Ali Abdallah Saleh und vom Iran unterstützt. Mit dem Konflikt zwischen Riad und Teheran im Hintergrund droht dem Jemen ein Stellvertreterkonflikt.

          Der den Houthis nahe stehende frühere jemenitische Präsident Ali Abdullah Salih rief  zu einem Ende der Kämpfe auf. Laut der Website Yemen Press plädierte Salih für die Wiederaufnahme der Gespräche der jemenitischen Konfliktparteien unter Vermittlung der Vereinten Nationen. Die Gespräche sollten außerhalb des Landes stattfinden.

          Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif warnte, „strategische Fehleinschätzungen und übermotivierte Ambitionen einiger Länder“ könnten für die Region verheerende Folgen haben. Die Houthis sollen in dem Konflikt Unterstützung vom schiitischen Iran erhalten. Mit dem Militäreinsatz „Sturm der Entschlossenheit“ will Saudi-Arabien auch den Einfluss Teherans in der Region eindämmen.

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