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Krieg gegen IS : Warum Obama nicht in Syrien einmarschieren will

  • -Aktualisiert am

Im Hospital der Rebellen werden Kinder und Kämpfer nebeneinander behandelt. Bild: Reuters

Die Luftangriffe können den „Islamischen Staat“ in Syrien nicht zerstören. Eine politische Lösung ist ebenfalls nicht in Sicht. Und dennoch schließt Amerika den Einsatz von Bodentruppen weiter aus. Die Gründe legte Obama in vertraulichen Gesprächen dar, die nun an die Öffentlichkeit gelangten.

          Im Fall eines Einmarschs in Syrien zur Bekämpfung der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) müsste Amerika nach Einschätzung von Präsident Barack Obama mit monatlich bis zu hundert gefallenen Soldaten rechnen. Außerdem könnten bis zu 500 Soldaten im Monat verwundet werden, zudem kostete ein solcher Einsatz bis zu 120 Milliarden Dollar im Jahr. Diese Risiken seien nicht zu rechtfertigen, da vom IS keine existentielle Bedrohung für die Vereinigten Staaten ausgehe, sagte Obama diese Woche in einem Gespräch mit amerikanischen Leitartiklern, aus dem mehrere Zeitungen am Freitag berichteten, obwohl Vertraulichkeit vereinbart worden war.

          Andreas Ross

          Redakteur in der Politik.

          Der Präsident führte aus, dass er nur dann einen massiven Einsatz von Bodentruppen erwägen würde, sollte der IS einen Anschlag verüben, der die Amerikaner daran hinderte, ihren Alltag wie gewohnt fortzusetzen. Obama wies ferner darauf hin, dass ein Einsatz in Syrien Amerika zwingen könne, auch in Ländern wie Libyen oder dem Jemen zu intervenieren und damit dauerhaft zum faktischen Machthaber in großen Teilen des sunnitischen Arabiens zu werden.

          In New York rangen Außenminister der Internationalen Gruppe zur Unterstützung Syriens am Freitag in zäh verlaufenden Gesprächen um eine politische Entschärfung des Syrien-Konflikts. Zunächst blieb unklar, ob der Sicherheitsrat in einer für den Nachmittag anberaumten Sitzung auf Ministerebene einen von Amerika formulierten Entwurf für eine UN-Resolution annehmen würde. Im Grundsatz hatten sich Washington und Moskau darauf verständigt, dass der zuletzt in Wien vereinbarte Zeitplan für einen Waffenstillstand, die Bildung einer syrischen Übergangsregierung und Neuwahlen bis Mitte 2017 vom höchsten UN-Gremium bestätigt werden sollte. Doch waren die Gespräche in New York vom Streit über die künftige Rolle des syrischen Präsidenten Baschar al Assad geprägt. Außerdem herrschte weiterhin Uneinigkeit darüber, welche bewaffneten Gruppen an einem politischen Prozess teilnehmen und welche als Terrorgruppen davon ausgeschlossen bleiben sollten. In einem Interview mit einem niederländischen Sender bekräftigte Assad, über seine Zukunft könnten allein die Syrer in Wahlen entscheiden.

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