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Konflikt mit Houthi-Rebellen : Vereinte Nationen prangern Luftangriffe im Jemen an

  • Aktualisiert am

Nach einem Luftangriff steigt Anfang Mai Rauch über dem Flughafen von Sanaa auf. Bild: Reuters

Saudi-Arabien verstößt mit den Luftschlägen im Jemen laut dem zuständigen UN-Koordinator gegen das Völkerrecht. Zivilisten seien durch „wahllose Angriffe“ bedroht. In der Nacht bombardierte die Militärallianz die Residenz eines ehemaligen Präsidenten.

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          Die Luftangriffe der von Saudi-Arabien geführten Militärallianz im Jemen verstoßen nach Einschätzung des zuständigen Koordinators der Vereinten Nationen gegen internationales Recht. „Die wahllosen Angriffe auf besiedelte Gebiete mit wie auch ohne vorherige Warnungen stellen einen Verstoß gegen das internationale humanitäre Völkerrecht dar“, teilte der UN-Koordinator für humanitäre Angelegenheiten im Jemen, Johannes van der Klaauw, am Samstag mit. Viele Zivilisten seien in der Gegend wegen Treibstoffmangels quasi gefangen, erklärte van der Klaauw. Unzählige Zivilisten seien bedroht, wenn die Allianz die gesamte Region zum militärischen Ziel erkläre.

          Kurz zuvor hatte die Militärallianz die dritte Nacht in Folge Stellungen der schiitischen Houthi-Rebellen angegriffen, die weite Teile des Landes und die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht haben. Saudi-Arabien und verbündete sunnitische Golf-Staaten wollen damit den nach Riad geflüchteten jemenitischen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi unterstützen.

          Waffenruhe könnte am Dienstag beginnen

          Am Sonntag flog die Militärallianz im Morgengrauen Luftangriffe auf die Residenz des ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Saleh, der mit den Houthi verbündet ist. Nach Angaben der jemenitischen Nachrichtenagentur Chabar blieben der Ex-Staatschef und seine Familie unverletzt. Saleh hatte in dem Land 33 Jahre lang geherrscht, bevor er im Zuge des Arabischen Frühlings 2012 den Präsidentenposten räumen musste.

          Trotz der Angriffe erscheint eine bald beginnende Waffenruhe immer wahrscheinlicher. Die Nachrichtenagentur Saba zitierte am Sonntag einen Sprecher des mit den Houthi-Rebellen verbündeten Flügels des jemenitischen Militärs mit den Worten, er akzeptiere die von Saudi-Arabien vorgeschlagene fünftägige Feuerpause. Sie solle am Dienstag beginnen. Ein Houthi-Sprecher signalisierte ebenfalls Zustimmung. Die Gruppe begrüße jede Waffenruhe, die den Zugang von Hilfslieferungen für die Bevölkerung im Jemen ermögliche.

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