https://www.faz.net/-gq5-8b171

Türkei : Ankaras Kurden

Das Recht, in den Nordirak einzumarschieren, nimmt sich die Türkei einfach heraus. Und das auch nicht zum ersten Mal. Neu ist jedoch der Zweck, dem der jüngste Einsatz dienen soll.

          1 Min.

          Neu ist es nicht, dass die türkische Armee in den Nordirak einmarschiert, und neu ist auch nicht, dass der türkische Staat dazu nicht die Zustimmung der irakischen Regierung in Bagdad einholt. Als Regionalmacht nimmt sich die Türkei das Recht einfach heraus.

          Neu ist jedoch, dass die Operation nicht mehr dazu dient, Stellungen der in der Türkei verbotenen PKK anzugreifen. Diesmal sollen die türkischen Soldaten und Panzer vielmehr andere Kurden, die irakischen Peschmerga, im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ ausbilden. Ankara hat sich darüber mit dem Präsidenten der Autonomen Region Kurdistan, Massud Barzani, abgestimmt. Die Türkei kann auf diese Weise zeigen, dass sie im Kampf gegen den IS aktiver wird. Das ist für sie im Irak leichter als in Syrien, denn in Syrien unterlässt sie weiter alles, was Assad stärken könnte.

          Auch Barzani ist damit gedient. Nachdem seine Amtszeit als Präsident abgelaufen ist, er aber nicht von der Macht lassen will, braucht er Verbündete. Die Türkei wird ihn halten. Dass die sunnitische Türkei nun auch die schiitische Regierung in Bagdad zum Feind hat, nimmt Ankara in Kauf.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Topmeldungen

          Eines ist allen in der Union klar: Auch ein knappes Rennen, ja sogar ein knapper Sieg führen nicht automatisch ins Kanzleramt.

          Wer wird Bundeskanzler? : Laschets Kampf geht weiter

          Trotz herber Verluste will Armin Laschet weiter Kanzler werden – auch als Zweitplatzierter. Das ginge nur mit Grünen und FDP. Eine „Zukunftskoalition“ nennt er das. Söder spricht von einem „Bündnis der Vernunft“.
          Armin Laschet sitzt im Studio für die „Elefantenrunde“ nach der Bundestagswahl.

          TV-Kritik: Bundestagswahl : Ein desillusionierender Fernsehabend

          Zunächst waren die Demoskopen die einzigen Wahlsieger. Wer noch dazu gehören wird, das hängt von der Kooperationsbereitschaft der FDP und der Grünen ab. Sie bestimmen, wer Bundeskanzler wird. Armin Laschets Schwäche könnte seine Chance sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.