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Türkei : Ankaras Kurden

Das Recht, in den Nordirak einzumarschieren, nimmt sich die Türkei einfach heraus. Und das auch nicht zum ersten Mal. Neu ist jedoch der Zweck, dem der jüngste Einsatz dienen soll.

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          Neu ist es nicht, dass die türkische Armee in den Nordirak einmarschiert, und neu ist auch nicht, dass der türkische Staat dazu nicht die Zustimmung der irakischen Regierung in Bagdad einholt. Als Regionalmacht nimmt sich die Türkei das Recht einfach heraus.

          Neu ist jedoch, dass die Operation nicht mehr dazu dient, Stellungen der in der Türkei verbotenen PKK anzugreifen. Diesmal sollen die türkischen Soldaten und Panzer vielmehr andere Kurden, die irakischen Peschmerga, im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ ausbilden. Ankara hat sich darüber mit dem Präsidenten der Autonomen Region Kurdistan, Massud Barzani, abgestimmt. Die Türkei kann auf diese Weise zeigen, dass sie im Kampf gegen den IS aktiver wird. Das ist für sie im Irak leichter als in Syrien, denn in Syrien unterlässt sie weiter alles, was Assad stärken könnte.

          Auch Barzani ist damit gedient. Nachdem seine Amtszeit als Präsident abgelaufen ist, er aber nicht von der Macht lassen will, braucht er Verbündete. Die Türkei wird ihn halten. Dass die sunnitische Türkei nun auch die schiitische Regierung in Bagdad zum Feind hat, nimmt Ankara in Kauf.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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