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Kampf gegen IS : Kerry: Westen zur Zusammenarbeit mit Moskau bereit

  • -Aktualisiert am

Erst in London, dann in Berlin: Der amerikanische Außenminister John Kerry leitet eine Wende in der Syrien-Politik in die Wege. Bild: Reuters

Amerika und Russland führen schon länger als bekannt Gespräche über eine Zusammenarbeit gegen den Islamischen Staat. Jetzt sagt der amerikanische Außenminister Kerry, die Hilfe Russlands sei willkommen. Doch was wird aus Assad?

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          Die Vereinigten Staaten und Europa sind bereit, im Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien mit Russland zusammenzuarbeiten, obwohl Moskau das Assad-Regime in Damaskus unterstützt. Der amerikanische Außenminister John Kerry, der sich am Wochenende in London und Berlin mit Philip Hammond und Frank-Walter Steinmeier beriet, hob hervor, dass er „die Hilfe Russlands im Kampf gegen den IS willkommen heißen“ würde. Washington und Moskau hätten die gleichen Ziele: „Der IS muss zerstört werden – komplett gestoppt werden“, sagte er. Steinmeier, der Kerry am Sonntag in Berlin empfing, zeigte sich erfreut darüber, dass Washington und Moskau wieder miteinander über die Lage in Syrien redeten und sich dabei auch über militärische Fragen austauschen wollten.

          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Die westliche Diplomatie bemüht sich seit Wochen darum, die Dynamik der Einigung im Atomstreit mit Iran zu nutzen, um mit Moskau und auch mit Teheran auf anderen Feldern zu kooperieren. Kerry, der äußerte, dass Absprachen mit Russland nötig seien, um die militärischen Operationen in Syrien zu koordinieren, bestätigte nun, was sich durch diplomatische Kontakte schon länger angedeutet hatte: Amerika und Russland führen schon eine ganze Zeit lang Gespräche über eine Zusammenarbeit – trotz des Konfliktes um die Ostukraine und unterschiedlicher Interessen Baschar al Assad betreffend.

          Zukunft Assads unklar

          Am Freitag hatten die Verteidigungsminister Sergej Schoigu und Ashton Carter ausführlich miteinander telefoniert. Öffentlich hatten Washington und Berlin Moskau bislang vor den Folgen einer Ausweitung seiner militärischen Präsenz in Syrien gewarnt. Der Kreml hatte zuletzt den Einsatz von Bodentruppen nicht mehr ausgeschlossen, sollte Syrien darum bitten. Kerry bekräftigte, noch sei unklar, wie die Zukunft Assads aussehen könne.

          Neben der sich anbahnenden Kooperation zwischen Russland und dem Westen, bemüht sich der UN-Sondervermittler für Syrien, Staffan de Mistura, um Gespräche mit Vertretern der gemäßigten Opposition zur Bildung einer Übergangsregierung, an deren Ende aus westlicher Sicht ein Abtritt Assads stehen müsste.

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