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Kampf gegen IS : Türkische Kehrtwende

Der Vormarsch des „Islamischen Staates“ war zuerst durchaus im Sinne Ankaras. Dass Präsident Erdogan diese naive Einschätzung nun revidiert hat, wurde Zeit.

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          Zwei Regionalmächte hatten zunächst nicht der Koalition gegen den „Islamischen Staat“ angehört: Die Türkei wollte nicht, und die Islamische Republik Iran durfte nicht. Iran ist weiter nicht dabei, vor allem wegen des saudischen Drucks. Die Türkei aber hat eine Kehrtwende vollzogen.

          Wichtig war zunächst die Freilassung der türkischen Diplomaten, die der „Islamische Staat“ in Mossul als Geiseln gehalten hatte. Eine Rolle spielte aber auch, dass Ankara die reichlich naive Einschätzung revidiert hat, der „Islamische Staat“ sei für die Türkei weniger gefährlich als die kurdische Bewegung. Denn die türkische Regierung verhandelt mit der PKK über ein Friedensabkommen. Da wäre es ihr recht gewesen, hätte sie die Bedingungen diktieren können.

          So war der Vormarsch des „Islamischen Staats“ zunächst durchaus im Sinne Ankaras. Inzwischen fürchtet die Türkei aber das Übergreifen der Gewalt des „Islamischen Staats“ auf ihre grenznahen Städte mehr als einen stärkeren kurdischen Verhandlungspartner. Hätte die Türkei früher gehandelt, wäre ihr die jüngste Flüchtlingswelle erspart geblieben.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

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