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Kampf gegen IS : Kurden wünschen sich noch mehr deutsche Waffen

  • Aktualisiert am

Kurdische Peschmerga-Kämpfer trainieren in einem Ausbildungslager Bild: Reuters

Im Nordirak drängen die kurdischen Peschmerga den „Islamischen Staat“ zurück. Deutsche Waffenlieferungen kommen ihnen gelegen: „Je mehr, desto besser.“ Ein Waffensystem erweist sich als besonders wirkungsvoll.

          Im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) haben die nordirakischen Kurden Deutschland und die internationale Koalition zu mehr Waffenhilfe für ihre Peschmerga aufgerufen. Die kurdische Autonomieregierung habe Berlin eine Wunschliste überreicht, sagte der kurdische Peschmerga-Minister Mustafa Sajid Kadir in Erbil der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

          Besonders die von Deutschland bisher gelieferte Panzerabwehrwaffe „Milan“ habe den Kurden gegen die Extremisten des „Islamischen Staates“ (IS) geholfen. „Je mehr wir davon haben, desto besser“, sagte Kadir.

          Hunderte Fahrzeuge zerstört

          Die Perschmerga haben mit den "Milan"-Raketen nach Informationen der Zeitung "Rheinische Post" bereits hunderte von gepanzerten Geländewagen des IS zerstört. Die Islamisten hätten auch deshalb ihre vorübergehenden Geländegewinne im Nordirak nicht halten können.

          Der IS sei eine globale Terrorgruppe, sagte Kadir der dpa. „Das ist ein gemeinsamer Krieg von uns allen. Er geht noch sehr lange weiter.“ Das Training der Peschmerga-Kämpfer durch die Bundeswehr sei „sehr erfolgreich und nützlich“, sagte er. „Wir sind hungrig nach Ausbildung. Wir profitieren von jedem Training.“

          Deutschland trainiert vor Ort

          Deutschland bildet seit Februar mit fünf weiteren Staaten im Nordirak Peschmerga aus. An diesem Donnerstag endet ein Kurs für rund 500 Kurden, die vier Wochen lang trainiert worden sind. Es war der bisher zweite Lehrgang für Peschmerga. Insgesamt haben in den vergangenen zwei Monaten rund 910 Kurden die Kurse durchlaufen.

          Der IS hatte im vergangenen Jahr große Gebiete im Norden und Westen des Iraks überrannt. Mit Hilfe von Luftangriffen der internationalen Koalition konnten die Peschmerga die Extremisten aus mehreren Gebieten im Nordirak zurückdrängen. Die Kurden seien zunächst vom IS überrascht worden, sagte Kadir. „Nun sind wir aber wieder von der Defensive in die Offensive gegangen.“

          Deutschland und andere Staaten liefern den Kurden zudem Waffen für den Kampf gegen den IS. Die Bundesregierung hatte die Peschmerga im vergangenen Jahr unter anderem mit 500 „Milan“-Raketen, Panzerfäusten und Sturmgewehren ausgestattet. Eine Lieferung von 500 weiteren „Milan“-Raketen ist bereits beschlossen. Die Kurden sollen zudem weitere 203 Panzerfäuste und 4000 Sturmgewehre erhalten.

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