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+++ Bagdad Briefing +++ : Amerika hilft syrischen Rebellen nicht

  • -Aktualisiert am

FSA-Kämpfer feuern eine Rakete auf den syrischen Militärflughafen Hama (Foto vom Juli 2014). Bild: Reuters

Die Freie Syrische Armee kämpft gegen den „Islamischen Staat“ - und gegen Diktator Baschar al Assad. Dabei will Amerika sie nicht unterstützen. Denn ein Sturz des Regimes sei nicht das Ziel, stellt der Sondergesandte Präsident Obamas klar.

          In Saudi-Arabien machte er den Anfang. John Allen, Amerikas Beauftragter für die Koalition gegen den „Islamischen Staat“, versucht dieser Tage, die Verbündeten Washingtons auf eine Linie im Kampf gegen die Terrorgruppe einzuschwören. Keine leichte Aufgabe, zumal die direkt am Kampf beteiligten arabischen Alliierten vor allem in Syrien entgegengesetzte Ziele vertreten.

          Das sunnitisch-wahabitische Königshaus in Riad strebt nach wie vor den Sturz des alawitischen Machthabers Baschar al Assad an, während Washington in erster Linie eine weitere Destabilisierung verhindern will, die auch Israel in den Strudel des Syrien-Krieges hineinziehen könnte.

          Aufschlussreich an Allens Äußerungen im Interview mit der Tageszeitung „Al Sharq al Awsat“ ist daher die Rolle, die der Sondergesandte Präsident Barack Obamas für die Freie Syrische Armee (FSA) vorsieht, den bewaffneten Arm des Oppositionsbündnisses Nationale Koalition. Unmissverständlich stellt er klar, dass sie nicht die Aufgabe habe, das Assad-Regime zu stürzen. „Es wird hier keine militärische Lösung geben“, sagte der General, der zwischen 2007 und 2009 im Irak stationiert war. „Die Absicht ist nicht, eine Bodentruppe zu schaffen, die Damaskus befreit.“

          Aber was sonst? Schließlich hatte Obama noch vor Beginn der Luftschläge gegen den „Islamischen Staat“ im August angekündigt, die seit Jahren vergeblich auf nachhaltige Unterstützung aus dem Westen hoffende Oppositionsarmee im Laufe des nächsten Jahres mit einer halben Milliarde Dollar militärisch besser auszustatten und auszubilden. Fünftausend Mann sollen so 2015 in die Lage versetzt werden, eine wirksamere Präsenz in dem von Hunderten Milizen zersplitterten Bürgerkriegsland aufzubauen.

          „Regime Change“ sei aber nicht das amerikanische Ziel, sagte Allen. Vielmehr gehe es darum, die FSA zu einem Ansprechpartner zu machen, an dem die Führung in Damaskus nicht mehr vorbeikomme. „Was wir gerne sähen, wäre, dass die FSA und die Kräfte, die wir letztendlich erzeugen, ausbilden und ausstatten, zu der glaubwürdigen Gruppe werden, der die Assad-Regierung am Ende zustimmen und die sie anerkennen muss.“

          Allens Äußerungen werden die syrische Opposition in ihrer Haltung bestätigen, dass Amerikas „Krieg gegen den Terror“ letztlich nur durch den dramatischen Vormarsch des „Islamischen Staat“ im Irak befeuert wurde – nicht durch 200.000 Tote in Syrien, die in der Mehrheit auf Assads Konto gehen. Seit Wochen gehen Regierungseinheiten gegen Oppositionsviertel in der einstigen Handelsmetropole Aleppo vor, ohne dass die dortigen FSA-Verbände Unterstützung erhielten wie die kurdischen Verteidiger Kobanes.

          „Dieses selektive Vorgehen“ werde am Ende dazu führen, dass mehr und mehr Oppositionskräfte sich dem „Islamischen Staat“ anschließen, fürchtet bereits der stellvertretende Vorsitzende der Nationalen Koalition, Mohammed Qaddah. Nicht aus ideologischer Überzeugung, sondern weil die Terrorgruppe der einzige Verband sei, der über Waffen verfüge. „Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass die Weigerung, die FSA zu unterstützen, darauf hinausläuft, den IS zu stärken.“

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