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Kämpfe in Afghanistan : Gouverneur erklärt Innenstadt von Kundus für sicher

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Die Kämpfe in Kundus gehen weiter: Afghanische Spezialkräfte versuchen Taliban-Kämpfer zurückzudrängen. Bild: AFP

Afghanische Sicherheitskräfte melden Erfolge im Kampf um die Provinzhauptstadt Kundus. Doch am dritten Tag der Offensive sind unter den Opfern nicht nur Taliban-Kämpfer.

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          Der Kampf gegen die radikalislamischen Taliban in der nordafghanischen Provinzhauptstadt Kundus ist auch am dritten Tag nach Beginn des Angriffs fortgesetzt worden. In der Nacht hätten Spezialkräfte Talibankämpfer aus ihren Verstecken in Privathäusern vertrieben, sagte Gouverneurssprecher Hamdullah Danisch am Mittwochmorgen.

          Dabei seien viele Taliban getötet worden. Die Innenstadt sei gesichert, sagte er weiter. Ein Ring von Polizeiposten sei eingerichtet worden, um zu verhindern, dass weitere n Kämpfer eindringen. Derzeit gebe es außerhalb der Stadtgrenze Gefechte in zwei Gegenden.

          Ein Provinzratsmitglied sagte allerdings, Anwohner hätten auch im Zentrum noch einige Talibankämpfer gesichtet. Sicherheitskreisen zufolge sollen es ursprünglich 100 bis 110 Angreifer gewesen sein. Nach Regierungsangaben sollen Dutzende getötet worden sein. Die Taliban bestreiten das.

          Nach Angaben des Leiters der Gesundheitsbehörde der Provinz, Saad Mukhtar, sind seit Beginn der Gefechte zwei tote und 71 verletzte Zivilisten in den Kliniken der Stadt eingeliefert worden, unter ihnen Frauen und Kinder. Die meisten hätten Schusswunden.

          Symbolischer Zeitpunkt für einen Angriff

          Der Angriff hatte in der Nacht auf Montag begonnen, fast genau ein Jahr, nachdem die Taliban Kundus zum ersten Mal erobert hatten. Ende September und Anfang Oktober 2015 hielten sie die Stadt fast zwei Wochen lang in ihrer Gewalt – es war der erste große territoriale Gewinn der Islamisten seit Beginn der internationalen Militärintervention in 2001 und ein Schock für die afghanische und ausländische Regierungen.

          Der jüngste Sturm auf Kundus fällt außerdem mit der elften internationalen Geberkonferenz für Afghanistan. In Brüssel wird am Dienstag und Mittwoch über neue finanzielle Hilfen für das Land verhandelt.

          In Kundus war bis Ende 2013 auch die Bundeswehr stationiert. Seit März berät wieder eine kleine Gruppe deutscher Soldaten die afghanische Armee, um einen abermaligen Fall der Provinz zu verhindern. Kundus ist mit der Nordprovinz Baghlan sowie den Südprovinzen Helmand und Urusgan offenbar Hauptziel der Taliban-Offensiven in diesem Jahr.

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