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Kämpfe im Jemen : Houthi-Rebellen: Verteidigungsminister in unserer Hand

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Auf der Flucht: Jemens Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi bei einer Fernsehansprache am vergangenen Samstag Bild: Reuters

Die schiitischen Houthi-Rebellen kommen dem Zufluchtsort Aden des Präsidenten Hadi immer näher. Angeblich haben sie den Verteidigungsminister schon festgenommen. Indes ist von Luftangriffen auf den Präsidentenpalast die Rede.

          Die schiitischen Houthi-Rebellen haben nach eigenen Angaben angeblich den Verteidigungsminister des Jemen festgenommen. Mahmud al-Subaihi sei in der Stadt Huta gefasst worden, teilte der Sprecher der Rebellen, Mohammed Abdulsalam, am Mittwoch in einem Fernsehsender der Miliz mit.

          Die Aufständischen stehen im Südjemen angeblich nur noch rund 50 Kilometer vor dem bisherigen Zufluchtsort von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi. Ein Angriff auf die Hafenstadt Aden könnte unmittelbar bevorstehen. In der Nacht zum Mittwoch hatten die Aufständischen nach Angaben lokaler Quellen die Kontrolle über die Luftwaffenbasis Al Anad nördlich von Aden übernommen. Erst vor vier Tagen hatten die Vereinigten Staaten aus Sicherheitsgründen eigene in der jemenitischen Basis stationierte Soldaten abgezogen.

          Präsidenten-Berater dementiert Hadis Flucht

          Ein ranghoher Berater des jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi hat aber Angaben über die angebliche Flucht des Staatschefs dementiert. Hadi sei „an einen sicheren Ort in Aden“ gebracht worden, sagte der Berater. Zuvor hatte ein Vertreter der Präsidentengarde gesagt, der von den Houthi-Rebellen bedrängte Präsident habe an Bord eines Hubschraubers den Präsidentenpalast Al Maatschik in der Hafenstadt in Richtung Ausland verlassen, um an einem nicht genannten Ort Zuflucht zu suchen.

          Inzwischen berichten die Nachrichtenagentur AFP und dpa von Luftangriffen auf den Präsidentenpalast in Aden. Das verlaute aus jemenitischen Sicherheitskreisen. Ein Kampfflugzeug habe mindestens drei Raketen auf die Residenz abgefeuert, berichtete die lokale Nachrichtenseite „Aden al-Ghad“ unter Berufung auf Augenzeugen. Bodentruppen hätten das Feuer erwidert. Über Opfer war zunächst nichts bekannt.

          Erst vor wenigen Wochen musste Hadi aus der Hauptstadt Sanaa in den Süden fliehen, nachdem die Aufständischen dort die Kontrolle übernommen hatten. Vor wenigen Tagen begannen die Houthis mit einem Vormarsch gen Süden.

          Al Anad wurde in der Vergangenheit von den Amerikanern als Drohnen-Stützpunkt im Anti-Terror-Kampf genutzt. Amerikanische Soldaten trainierten dort zudem jemenitische Spezialeinheiten. Die Houthis beherrschen seit Monaten große Teile des Nordjemens sowie die Hauptstadt Sanaa. Dort hatten sie Hadi und Teile der Regierung über Wochen festgesetzt.

          Saudi-Arabien marschiert an Grenze zum Jemen auf

          Saudi-Arabien zieht unterdessen amerikanischen Regierungskreisen zufolge schweres Militärgerät an der Grenze zum Jemen zusammen. Der Aufmarsch könne sowohl offensiven als auch defensiven Zielen dienen, hieß es in den Kreisen.

          Denkbar sei, dass die saudischen Streitkräfte Luftangriffe zur Unterstützung des vor schiitischen Milizen nach Aden geflohenen jemenitischen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi vorbereiteten. Hadi wird von Saudi-Arabien und anderen sunnitischen Monarchien der Region unterstützt, die Houthi-Miliz vom schiitischen Iran.

          Hadi appellierte in einem Schreiben an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, einer Militärintervention gegen die Houthi-Miliz zuzustimmen. Er habe die Staaten der Arabischen Liga und des Golf-Kooperationsrats gebeten, dem Jemen auch mit militärischen Mitteln zu helfen. Es sei zu befürchten, dass das Terrornetz Al Qaida das Land zersplittere. Er sprach außerdem von einer Reihe von Raketen, die den „legitimen Behörden“ gestohlen worden seien.

          Der Sicherheitsrat hatte kürzlich lediglich eine Erklärung abgegeben und Staatschef Hadi Unterstützung zugesichert. Diplomaten zufolge ist bislang kein neues Treffen zum Jemen geplant.

          Im Jemen herrschen seit Jahren politisches Chaos und Gewalt. Die Houthi-Rebellen, die aus dem Norden des Landes stammen, waren seit dem Sommer auf Sanaa vorgerückt, im Januar übernahmen sie mit der Einnahme des Präsidentenpalasts die Kontrolle über die Hauptstadt. Die Lage eskalierte, nachdem am Freitag bei Bombenanschlägen in der von den Houthi kontrollierten Hauptstadt Sanaa mehr als 130 Menschen getötet wurden.

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