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Jemen : Iran wirft Saudi-Arabien Raketenangriff auf Botschaft vor

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Iran hat Saudi-Arabien vorgeworfen, seine Botschaft im Jemen mit Kampfflugzeugen angegriffen zu haben. Man werde gegen den Vorfall juristisch vorgehen, kündigt Teheran an.

          Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran eskaliert weiter. Der Iran warf dem Königreich am Donnerstag vor, im Jemen seine Botschaft mit Kampfflugzeugen angegriffen zu haben. „Saudi-Arabien ist verantwortlich für die Beschädigung des Botschaftsgebäudes und die Verletzungen einiger Mitarbeiter“, erklärte das Außenministerium in Teheran. Im Jemen liefern sich die beiden Regionalmächte, die auch im Syrien-Konflikt konkurrieren, einen Stellvertreterkrieg.

          Die von Saudi-Arabien geführte Allianz sunnitischer Staaten, die gegen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen kämpft, kündigte eine Prüfung der Vorwürfe an. Auf politischer Ebene reagierte der Iran mit einem Importverbot für saudiarabische Produkte auf den Abbruch der Beziehungen durch das Königreich. Vorausgegangen war die Hinrichtung eines regierungskritischen schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien, die einen Proteststurm auf dessen Botschaft in Teheran ausgelöst hat. Dabei war die Vertretung teilweise verwüstet worden.

          Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Dschaber Ansari, sagte dem staatlichen Fernsehsender IRIB, einige Wachleute der Botschaft in Sanaa seien verletzt worden. Anwohner berichteten dagegen, sie hätten keine Beschädigung des Gebäudes im Stadtteil Hadda ausgemacht. Bei einem Luftangriff sei ein öffentlicher Platz getroffen worden, der 700 Meter von dem Gebäude entfernt liege. Einige Steine und Granatsplitter seien auf dem Hof der Botschaft gelandet, berichteten Augenzeugen.

          Der Sprecher des von Saudi-Arabien geführten Bündnisses, Brigadegeneral Ahmed Asseri, bestätigte mehrere massive Luftangriffe in Sanaa. Sie hätten Raketenwerfern der Huthi gegolten. Die Rebellen hätten zivile Gebäude für ihre Kampfeinsätze genutzt, darunter mehrere geräumte Botschaften.

          Die Huthi-Miliz kontrolliert den Norden Jemens, darunter die Hauptstadt Sanaa. Sie wirft der Regierung Korruption vor und hat sie vertrieben. Saudi-Arabien will Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi in seinem Nachbarland wieder zur Macht verhelfen und hatte am Samstag das Ende einer Waffenruhe verkündet.

          Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, die sich als Schutzmacht der Sunniten beziehungsweise der Schiiten verstehen, belastet auch die Bemühungen um ein Ende des Bürgerkrieges in Syrien. Dort unterstützen die beiden Regionalmächte gegnerische Seiten. Die Vereinten Nationen planen für den 25. Januar Friedensgespräche in Genf.

          Um einen Abbau der Spannungen bemüht sich derzeit Chinas Vize-Außenminister Zhang Ming. Er halte sich in Saudi-Arabien auf und werde im Anschluss in den Iran weiterreisen, sagte eine Ministeriumssprecherin in Peking.

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