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Jemen : Iran kritisiert Luftschläge gegen Houthis

  • Aktualisiert am

Bild: AP

Saudi-Arabien und mehrere arabische Verbündete haben Stützpunkte der schiitischen Houthi-Kämpfer im Jemen bombardiert. Iran protestierte gegen den „gefährlichen Schritt“. Ein Houthi-Sprecher sprach von einer „Kriegserklärung“.

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          Die iranische Regierung hat die saudisch geführte Militäroffensive im Jemen scharf kritisiert. Eine Sprecherin des Außenministeriums nannte die Aktion am Donnerstag in Teheran einen „gefährlichen Schritt“, der gegen „internationale Verantwortlichkeiten und nationale Souveränität“ verstoße. Das militärische Eingreifen werde die Situation im Jemen nur „weiter verkomplizieren, die Krise ausweiten und Chancen für eine friedliche Lösung der internen Streitigkeiten im Jemen zerstören“. Iran wird vorgeworfen, die schiitische Houthi-Miliz zu unterstützen.

          Saudi-Arabien hatte zuvor sieben Flughäfen im Süden des Landes geschlossen. Alle Flüge dort wurden bis auf weiteres ausgesetzt. Hintergrund waren die Luftangriffe einer von Saudi-Arabien geführten Koalition aus insgesamt zehn Nationen im Jemen. Saudische Kampfjets hatten Stellungen der schiitischen Houthi-Rebellen bombardiert. Das berichtete der saudische Botschafter in Washington, Adel al Dschabir. Es seien Ziele in der Hauptstadt Sanaa und an anderen Orten des Landes angegriffen worden.

          Aus Militärkreisen verlautete, eine Luftwaffenbasis und der angrenzende internationale Flughafen im Norden der Stadt seien angegriffen worden.  Bombardiert worden sei auch der Präsidentenpalast. Den Komplex hatten die Aufständischen im Januar erobert. In Aden sei der ebenfalls besetzte Flughafen nach heftigen Kämpfen zurückerobert worden, hieß es am Donnerstagmorgen. Die saudi-arabische Luftwaffe habe nun die Lufthoheit über den Jemen, berichtete der Sender Al Arabija.

          „Auch Houthi-Führer getötet“

          Saudi-Arabien hält demnach 100 Flugzeuge und 150.000 Soldaten für den Einsatz im Jemen bereit. Nach unbestätigten Berichten soll auch die politische Zentrale der Aufständischen in der Hauptstadt getroffen worden sein. Dabei seien einige Anführer der Houthis getötet worden. Auch Munitionslager seien getroffen worden, hieß es weiter.

          Außenminister der Länder der Arabischen Liga vor einem Gipfel in Ägypten

          Der Angriff unter dem Titel „Sturm der Entschlossenheit“ sei auf Bitten des jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi erfolgt, berichtete die saudische Nachrichtenagentur SPA. Demnach beteiligten sich neben Saudi-Arabien auch Pakistan, Jordanien, Marokko, Sudan, Bahrain, Kuweit, Qatar und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Ägypten erklärte am Donnerstag, es leiste ebenfalls „politische und militärische“ Unterstützung. Vorbereitet würden eine Beteiligung der ägyptischen Luftwaffe und Marine sowie der Einsatz von Bodentruppen, „wenn die Situation dies erfordert“, hieß es in einer Mitteilung. Die nötige Abstimmung mit Saudi-Arabien und den Golfstaaten sei bereits im Gange.

          Auch die Vereinigten Staaten gewähren Saudi-Arabien logistische und geheimdienstliche Unterstützung. Amerikanische Truppen seien aber nicht direkt in der Militäroperation involviert, sagte eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates. Präsident Barack Obama habe die Hilfsleistungen genehmigt. Amerika baue eine gemeinsame Planungsstelle mit Saudi-Arabien auf, um ihre Unterstützung zu koordinieren. Washington stehe außerdem in engem Kontakt mit dem rechtmäßigen jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi.

          Zuvor hatte der von den Houthis in der südjemenitischen Hafenstadt Aden bedrängte Präsident vor den UN das Ausland dringend um ein militärisches Eingreifen gebeten. Als die Houthi-Kämpfer schon die Außenbezirke der Stadt erreichten, verschwand Hadi aus seinem Anwesen und tauchte unter. Kurz darauf drangen Plünderer in das Gebäude ein.

          Houthis auf dem Vormarsch

          Ein Sprecher der Houthis bezeichnete die saudischen Angriffe am Donnerstag als Kriegserklärung. Damit könne sich der Konflikt im Jemen zu einem Regionalkrieg auswachsen, warnte der Sprecher im arabischen Nachrichtensender Al Dschasira.

          F16-Jets der Luftwaffe der Vereinigten Arabischen Emirate

          Die schiitischen Houthis beherrschen seit Monaten große Teile des Nordjemens sowie die Hauptstadt Sanaa. In den vergangenen Tagen drangen sie dann auch in den Süden des Landes vor. Sie sollen Unterstützung aus Iran erhalten. Die sunnitischen Saudis unterstützten die Gegner Irans.

          Erst vor vier Tagen hatten die Vereinigten Staaten aus Sicherheitsgründen eigene, bei Aden stationierte Soldaten abgezogen. Sie hatten die von den Houthis eroberte Luftwaffenbasis Al Anad als Drohnenstützpunkt im Anti-Terror-Kampf genutzt. Amerikanische Soldaten trainierten dort zudem jemenitische Spezialeinheiten.

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