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Jagd auf Oppositionelle : Mehr als zwei Dutzend Tote in Syrien

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Unter Lebensgefahr: Demonstration gegen Syriens Machthaber Assad am 21. November in Homs Bild: REUTERS

In Syrien hat das Regime binnen eines Tages mindestens 28 Menschen getötet. Der türkische Präsident Gül sagte, man könne nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

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          Bei der Jagd syrischer Sicherheitskräfte auf Regierungsgegner und anderen Gewaltakten im Land sind binnen eines Tages mindestens 28 Menschen getötet worden.

          Das berichteten am Mittwoch die in London ansässige Menschenrechtsorganisation Syrian Observatory for Human Rights. Schauplatz der Gewaltakte vom Dienstag waren unter anderem die Städte Hama und Homs sowie die östliche Stadt Deir el-Sur.

          Am selben Tag hatte der Menschenrechtsausschuss der UN-Vollversammlung die anhaltende Gewalt in einer Resolution scharf verurteilt und ein Ende des Blutvergießens gefordert.

          Gül: Demokratischer Prozess unumkehrbar

          Der türkische Präsident Abdullah Gül warf der syrischen Regierung am Mittwoch unterdessen vor, mit Unterdrückung und Gewalt gegen das eigene Volk vorzugehen. Die Lage habe inzwischen einen Punkt erreicht, von dem aus man nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergehen könne. Die Türkei bemühe sich intensiv sowohl öffentlich als auch hinter verschlossenen Türen, die syrische Regierung davon zu überzeugen, sich an die Spitze des demokratischen Wandels zu stellen.

          „Ungeachtet dessen geht das Baath-Regime weiterhin mit Unterdrückung und Gewalt gegen das Volk vor“, sagte Gül. Gewalt bringe aber wieder Gewalt hervor. Inzwischen sei die Entwicklung unumkehrbar geworden. Gül warnte zugleich vor den Auswirkungen des Konflikts auf die ganze Region: „Die Verbindung dieses demokratischen Kampfes mit religiösen und ethnischen Aspekten würde die ganze Region in Aufruhr und Blutvergießen stürzen.“

          In Syrien gibt es seit Monaten Proteste gegen Präsident Baschar al Assad und dessen Baath-Partei. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen kamen in dem Konflikt bislang 3500 Menschen ums Leben. Die Türkei ist der wichtigste Handelspartner des arabischen Landes. Beide Länder hoben für die Bürger des Nachbarland im Jahr 2009 die Visumspflicht auf.

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