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Israel : Tote bei Anschlag in Tel Aviver Vergnügungsviertel

Polizisten untersuchen den Tatort Bild: AFP

Zwei Palästinenser eröffnen wahllos das Feuer auf Passanten und erschießen mindestens drei Israelis mit im beliebten Sarona-Park. Die Polizei geht von einem terroristischen Hintergrund aus.

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          Die Welle der Gewalt schien in Israel längst der Vergangenheit anzugehören. Doch dann starben im Kugelhagel von zwei Palästinensern mindestens vier Israelis. Die Täter schlugen im Vergnügungsviertel Sarona zu. Die Cafés und Restaurants im restaurierten Templerviertel unweit des Verteidigungsministeriums sind am Abend besonders stark besucht. Die Polizei spricht von einem terroristischen Hintergrund.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die islamistische Hamas-Organisation bezeichnete im Internet den Angriff als „heldenhaft“. Laut Augenzeugen gaben die beiden Männer, die aus der Nähe von Hebron stammen sollen, in einem Café noch eine Bestellung auf, bevor sie minutenlang das Feuer auf Passanten eröffneten.

          Angeblich hatte einer von ihnen eine selbstgebaute Waffe dabei. Rettungskräfte sprachen anfangs von etwa zehn Verletzten, von denen vier lebensbedrohlich verwundet waren. Kurz nach 22 Uhr teilte die Polizei mit, dass die Angreifer „neutralisiert“ worden seien.

          Israel : Tote und Verletzte bei Anschlag in Tel Aviv

          Schlimmster Anschlag in Tel Aviv seit September

          Es war der wohl schlimmste Anschlag in Tel Aviv seit dem Ausbruch der jüngsten Welle der Gewalt im vergangenen September. Im März war an der Strandpromenade zwischen Tel Aviv und Jaffa ein amerikanischer Tourist ermordet worden. Anfang Januar hatte ein arabischer Israeli am Neujahrestag in einer Bar im Zentrum von Tel Aviv zwei Männer erschossen hatte. Kurz darauf tötete er auf der Flucht einen Taxifahrer.

          Eine Woche lang hatten israelische Sicherheitskräfte nach dem arabischen Israeli gefahndet, bevor sie ihn bei seiner Festnahme erschossen. Der Attentäter gehörte keiner Terrorgruppe an und hatte auch nichts mit der Terrormiliz Islamischer Staat zu tun. Das galt auch für die meisten anderen Attentäter, die Einzeltäter waren. Bei ihnen spielten vor allem persönliche Gründe eine Rolle und suchten den Tod, wie Geheimdienstler berichteten:

          Sie wurden verachtet oder misshandelt, hatten oft familiäre oder finanzielle Probleme. Die israelische Sicherheitskräfte setzten sich daher von Anfang an dafür ein, zwischen den Tätern und der restlichen palästinensischen Bevölkerung klar zu unterscheiden. Sie ging nicht auf Forderungen ein, hart gegen die gesamte palästinensische Bevölkerung durchzugreifen, um sie von weiterer Gewalt abzuhalten. Während des islamischen Fastenmonats Ramadan, der vor wenigen Tagen begann, erteilten sie für die Bewohner der palästinensischen Autonomiegebiete so viele Genehmigungen für Besuche in Jerusalem und in Israel, wie selten zuvor.

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