https://www.faz.net/-gq5-837mj

Waffengeschäft : Israel kauft vier deutsche Korvetten

  • Aktualisiert am

Die deutsche Korvette „Erfurt“ der Klasse 130 in Rostock-Warnemünde. Bild: dpa

Israel hat den Kaufvertrag für vier Korvetten aus der Produktion von Thyssen-Krupp unterzeichnet. Das Rüstungsgeschäft geht einher mit umfassenden deutschen Gegenleistungen an Israel.

          1 Min.

          Israel hat einen Vertrag zum Kauf vier deutscher Kriegsschiffe im Wert von 430 Millionen Euro unterzeichnet. Das israelische Verteidigungsministerium teilte am Montag mit, an der Unterzeichnungszeremonie in Tel Aviv habe unter anderem Andreas Burmester teilgenommen, Vorsitzender der Geschäftsführung von ThyssenKrupp Marine Systems.

          Der Vertrag wurde einen Tag vor dem 50. Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel abgeschlossen. Deutsche Waffenexporte an Israel sind umstritten. Seit Jahrzehnten wird Israel unabhängig von der jeweiligen Lage im Nahost-Konflikt mit Rüstungsgütern aus Deutschland versorgt.

          Die vier modernen Korvetten sollten der israelischen Marine zur Sicherung der Wirtschaftszone im Mittelmeer dienen, hieß es in der Mitteilung. Damit sind Gasfelder vor der Küste Israels gemeint. Deutschland werde mit 115 Millionen Euro etwa ein Drittel des Handels finanzieren. Die Schiffe sollten binnen fünf Jahren ausgeliefert werden.

          Das israelische Verteidigungsministerium habe darauf bestanden, dass alle Waffensysteme auf den Booten aus israelischer Herstellung stammen. Damit sollten Aufträge in großem Umfang für die israelische Rüstungsindustrie gesichert werden. Die deutsche Werft habe sich zu Gegenkäufen in Israel im Wert von mehr als 700 Millionen Schekel (etwa 163 Millionen Euro) verpflichtet.

          Der Leiter des israelischen Verteidigungsministeriums, Dan Harel, sprach von einer „äußerst wichtigen Vereinbarung“. Sie werde Israels Fähigkeit zum Schutz der strategisch wichtigen Gasfelder „dramatisch verbessern“.

          Topmeldungen

          Korrekt bezahlt?

          Gewerkschafts-Marketing : Die Plünderung der Tarifautonomie

          Der Deutsche Gewerkschaftsbund rechnet vor, dass den Sozialversicherungen „durch Tarifflucht und Lohndumping jährlich etwa 30 Milliarden Euro verlorengehen“. Nicht nur die Begriffe sind höchst fragwürdig.
          Das Wasserwerk in Rastatt-Rauental

          Skandal in Baden-Württemberg : Gift im Boden und im Wasser

          In Baden-Württemberg ist eine Fläche etwa so groß wie der Ammersee mit Chemikalien verseucht. Die Aufarbeitung des Umweltskandals verläuft zäh. Doch es ist nicht das einzige Bundesland mit solchen Vorfällen.

          Kartenzahlung : Es geht auch ohne Maestro

          Banken dürfen bald keine Maestro-Karten an ihre Kunden mehr ausgeben. Das klingt schlimm, ist für Verbraucher aber halb so wild.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.