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Erdgasfelder in Israel : Energielieferant für Türkei und Ägypten

Angst vor einem Monopol: Israelis protestieren gegen die Förderpläne der Regierung. Bild: (c) Danielle Shitrit/ZUMA Press/

Von neu entdeckten Erdgasfeldern im Mittelmeer erhofft sich Israel mehr Unabhängigkeit. Doch die Opposition kämpft mit allen Mitteln gegen die Pläne der Regierung Netanjahu. Der Ministerpräsident träumt von der internationalen Energiemacht des Landes.

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          Am Kabinettstisch kann der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf einem halben Dutzend Sesseln Platz nehmen. Seit der Wahl im März ist er zusätzlich Außen- und Kommunikationsminister, kommissarisch führt er seit dem 20. Dezember auch das Innen- und das Regionalministerium. Im November hatte er auch das Wirtschaftsministerium übernommen.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Auf seinen neuen Posten versucht Netanjahu, einen Streit zu beenden, der Israel sehr teuer zu stehen kommt. Schon vor fünf Jahren wurde in Israel einer der größten Erdgasfunde des Jahrzehnts gefeiert, die Entdeckung des Leviathan-Vorkommens im Mittelmeer. Und es wird noch weitere Jahre dauern, bis von dort das erste Gas gefördert werden kann. Auf dem Segen scheint ein politischer Fluch zu liegen.

          Obwohl das Wirtschaftswachstum abnimmt und ausländische Investoren sich in Israel rar machen, gelang es Netanjahu erst nach monatelangem Streit, das Rahmenabkommen zustande zu bringen, das nötig ist, damit die Erschließung und die Ausbeutung losgehen können.

          Mitte Dezember setzte er es endlich in Kraft. Das Erdgas sei „ein Geschenk Gottes“, das Israel in eine internationale Energiemacht verwandeln werde, sagte Netanjahu. Zudem stärke es die eigene Sicherheit, weil es Israel von Importen weniger abhängig mache. Die Opposition ließ sich von diesen Argumenten nicht beeindrucken. Gegner des Vorhabens fürchten, die Gaspreise könnten durch die Förderung steigen, nicht sinken - und zogen vor das Oberste Gericht in Jerusalem.

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          Seit Monaten demonstrieren jeden Samstag Tausende Israelis mit Slogans wie „Stoppt den Gasraub“ gegen die Energiepolitik ihrer Regierung. Es entstehe das größte Monopol in der Geschichte des Landes, für das am Ende die Bürger zahlen müssten, werfen die Demonstranten der Regierung vor.

          Das ist auch die Meinung des Chefs des israelischen Kartellamts, Daniel Gilo, der aus Protest gegen Netanjahus Politik zurückgetreten ist: Das israelisch-amerikanische Konsortium, dem die Regierung den Zuschlag erteilen will, bildet nach Gilos Ansicht ein Monopol und könnte über Jahre hinweg hohe Preise diktieren.

          Das Votum des Kartellamtschefs kann in Israel nur der Wirtschaftsminister überstimmen. Wirtschaftsminister Arye Deri von der sefardisch-religiösen Schas-Partei weigerte sich jedoch, allein die Verantwortung für diese weitreichende Frage zu übernehmen. Sein Rücktritt als Wirtschaftsminister und die Übernahme seines Ressorts durch Netanjahu erlaubten es nun dem Regierungschef, das Rahmenabkommen durchzusetzen. Vorerst ist das aber nur ein Etappensieg, denn jetzt ist das Oberste Gericht am Zug.

          Schwierige Suche nach Firmen für Gasförderung

          Noch vor wenigen Jahren befürchtete man in Israel, dass das Gas ausgeht. Nach dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak stellte Kairo seine Erdgaslieferungen ein. Vierzig Prozent der israelischen Importe stammten aus dem Nachbarland. Nun wird Israel bald selbst Erdgas exportieren.

          Die Förderung im Tamar-Feld westlich von Haifa hat schon begonnen. Viel größer ist das später entdeckte Leviathan-Feld in der Nähe. Die Reserven werden auf mehr als 620 Milliarden Kubikmeter geschätzt. Trotzdem war es schwierig, Firmen zu finden, um den Fund zu fördern. Ausländische Energieunternehmen zögern, sich in Israel zu engagieren, weil solche Geschäftskontakte zu Schwierigkeiten in der arabischen Welt führen können.

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