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Nach Beschuss aus Syrien : Zehn Tote bei israelischem Vergeltungsschlag

Gefechtsbereit: Israelische Grenzsoldaten auf dem Golan in der Nähe des Dorfes Alonei Habashan Bild: AP

Nach dem Tod eines israelischen Schülers auf den Golanhöhen greift die israelische Luftwaffe Armeeposten in Syrien an. Sie befürchtet, dass die mit Assad verbündete Hizbullah-Miliz hinter dem Anschlag stecken könnte.

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          Durch die nächtlichen Luftangriffe Israels sind auf syrischem Gebiet nach Angaben syrischer Aktivisten mindestens zehn Soldaten getötet worden. Die Flugzeuge hätten neun Raketen auf syrische Stellungen an der Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen abgefeuert, zudem seien Panzer und Artillerie-Geschütze zerstört worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag mit. Die israelische Luftwaffe hatte die Angriffe in der Nacht als Vergeltung für den Tod eines israelischen Jugendlichen geflogen, der durch Beschuss aus Syrien gestorben sein soll. Der 14 Jahre alte Israeli war am Donnerstag unweit des Grenzzauns offenbar bei Reparaturarbeiten getötet worden. Der Schüler war das erste israelische Todesopfer infolge des syrischen Bürgerkriegs, der seit mehr als drei Jahren andauert.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Mit einer harten Vergeltung durch Israel war darum gerechnet worden. Israelisches Gebiet war in den vergangenen Jahren zwar schon mehrfach aus Syrien beschossen worden. Auch darauf hatte Israel mit Vergeltungsangriffen reagiert. Anfangs handelte es sich nach israelischer Einschätzung meist um unabsichtlichen Beschuss im Zuge von Kämpfen zwischen der syrischen Armee und bewaffneten Regierungsgegnern. Aufständische kontrollieren schon länger größere Teile der entmilitarisierten Pufferzone auf den von Israel 1967 eroberten und später annektierten Golanhöhen. Dabei handelt es sich vor allem um Salafisten sowie um Mitglieder der dschihadistischen Al-Nusra-Front.

          Zuletzt häuften sich jedoch gezielte Angriffe auf israelische Armeepatrouillen und Posten. In Israel wächst die Besorgnis, dass in Wirklichkeit die libanesische Hizbullah-Miliz dahintersteckt, die den syrischen Präsidenten Baschar al Assad unterstützt. Nach israelischen Presseberichten wurde das Fahrzeug am Sonntag gezielt mit einer Rakete vom Typ „Cornet“ angegriffen, wie sie die Hizbullah schon im zweiten Libanonkrieg im Sommer 2006 gegen Israel eingesetzt hatte. Es wird befürchtet, dass die schiitische Miliz ihre Aktivitäten verstärkt auf die Golanhöhen verlagert. Anders als im Libanon ist sie dort vor israelischen Vergeltungsschlägen relativ sicher.

          Mittlerweile hat die israelische Armee die Waffenstillstandslinie auf den Golanhöhen durch einen neuen Hochsicherheitszaun geschützt. Die Sperranlage kann zwar verhindern, dass Terroristen auf israelisches Gebiet vordringen. Dem Beschuss mit Raketen- oder anderen Geschossen ist man auf israelischer Seite aber weiterhin schutzlos ausgeliefert, wie der Tod des Schülers am Sonntag zeigte.

          Israel sucht weiter nach Jugendlichen

          Wie ein israelischer Militärsprecher zudem beim Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, setzten Soldaten in der Nacht auf Montag die Suche nach drei jüdischen Jugendlichen fort, die am 13. Juni in der Nähe von Bethlehem im südlichen Westjordanland spurlos verschwunden waren.

          Israel wirft der radikalislamischen Hamas vor, hinter den Entführungen zu stehen, obwohl sich bislang keine Palästinenserorganisation zu der Tat bekannt hat. Seit der Verschleppung der Jugendlichen nahm die Armee nach eigenen Angaben mehr als 340 Palästinenser fest, die meisten davon Hamas-Mitglieder.

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