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Grenze zu Jordanien : Israel baut neuen Hochsicherheitszaun

Grenzsicherung gegen Terroristen, Schmuggler und illegale Einwanderer: der israelische Zaun nahe Eilat Bild: Reuters

Die israelische Regierung will keine syrischen Flüchtlinge aufnehmen. Stattdessen wird jetzt auch an der Grenze zu Jordanien ein neuer Zaun errichtet. Vor allem soll er Terroristen und Schmuggler fernhalten.

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          Bisher ist Israel vom syrischen Bürgerkrieg verschont geblieben. Doch angesichts der Bilder der Flüchtlinge, die zu Tausenden nach Europa strömen, hat nun auch in Israel eine Debatte darüber begonnen, ob man nicht mehr für die bedrängten Menschen aus dem Nachbarland tun sollte. Oppositionsführer Jitzhak Herzog und andere Oppositionspolitiker rufen dazu auf, dass Israel einigen von ihnen die Einreise erlauben sollte. Juden könnten nicht teilnahmslos zusehen, wenn Hunderttausende nach einem sicheren Hafen suchen, sagte Herzog. Doch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seine Minister wollen von solchen Appellen nichts wissen: Israel sei zu klein, um syrische und afrikanische Flüchtlinge aufzunehmen, sagte Netanjahu. „Wir müssen die Kontrolle über unsere Grenzen sicherstellen“, verlangt er und lässt seinen Worten erste Taten folgen.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Am Sonntagabend besuchte der Regierungschef im Süden in der Nähe von Eilat die Baustelle, an der jetzt die Arbeiten für einen neuen Hochsicherheitszaun entlang der jordanischen Grenze begannen. Das erste Teilstück ist 30 Kilometer lang, die gesamte Grenze rund 400 Kilometer. Der Baubeginn bedeutet einen schon länger geplanten Lückenschluss: Alle anderen Landgrenzen sind schon durch Zäune gesichert. Zuletzt wurde eine 240 Kilometer lange Sperranlage an der Grenze zu Ägypten auf der Sinai-Halbinsel fertiggestellt. Dort waren noch vor wenigen Jahren viele tausend Afrikaner ohne gültige Visa nach Israel gelangt. Auf dem Höhepunkt im Jahr 2011 waren es mehr als 17.000 Personen. Nach der Errichtung des Zauns, der fast fünf Meter hoch und mit Sensoren sowie Kameras ausgestattet ist, sank ihre Zahl auf wenige Dutzend. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete vor wenigen Tagen, dass sich zwei osteuropäische Staaten für die israelische Absperrung interessierten.

          Der Zaun an der Grenze zu Ägypten soll nicht nur illegale Migranten und Schmuggler aufhalten, sondern vor allem Terroristen. Erst als vor drei Jahren Islamisten vom Sinai nach Israel kamen und dort eine Anschlagsserie verübten, wurde die Sperranlage mit Hochdruck fertig gebaut. Dann folgte die Aufrüstung des alten Zauns auf den Golanhöhen, wo auf der syrischen Seite nach dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs die ersten islamistischen Kämpfer auftauchten. Seitdem war in Jerusalem die Rede davon, auch die jordanische Grenze zu sichern – vor allem, um sich vor der „Infiltration“ von Terroristen und Waffenschmugglern zu schützen. Denn bisher wurden an der Grenze keine Syrer oder Afrikaner aufgegriffen. Bis Israel ganz eingezäunt ist, wird es aber noch lange dauern. Schon für das erste Teilstück im Süden wird eine Bauzeit von mehr als einem Jahr erwartet.  

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