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Israel : Abschied von Ariel Scharon

Knesset-Mitglieder tragen des Sarg vor das Parlament. Bild: Reuters

Der Sarg des früheren Ministerpräsidenten ist vor dem israelischen Parlament aufgebahrt worden. Bis zum Abend werden tausende Israelis erwartet, um Ariel Scharon die letzte Ehre zu erweisen.

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          In Israel haben sich die Bürger am Sonntag von Ariel Scharon verabschiedet. Der Sarg mit dem Leichnam des am Samstag im Alter von 85 Jahren verstorbenen früheren Ministerpräsidenten wurde vor dem israelischen Parlament aufgebahrt. Die Polizei erwartete, dass bis zum Abend Tausende ihm die letzte Ehre erweisen werden. Der pensionierte General und ehemalige Verteidigungsminister war am 4. Januar 2006 nach einer Hirnblutung in ein Koma gefallen, aus dem er nicht wieder erwachte.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Am Montag soll in der Knesset zunächst ein Staatsakt für Scharon stattfinden. Als Trauergäste werden der amerikanische Vizepräsident Joe Biden und der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier erwartet, der schon an diesem Sonntag zu seinem Antrittsbesuch im Nahen Osten eintreffen wollte. Auch der ehemalige britische Premierminister Tony Blair als Gesandter des internationalen Nahostquartetts und der tschechische Ministerpräsident Jirí Rusnok werden erwartet.

          Ehrenbezeugungen der Einwohner Jerusalems am Straßenrand
          Ehrenbezeugungen der Einwohner Jerusalems am Straßenrand : Bild: Reuters

          Am Montagnachmittag wird Scharon dann mit militärischen Ehren auf einem Hügel neben seinem Bauernhof auf der Negev-Wüste beigesetzt. Er hatte darum gebeten, an der Seite seiner verstorbenen Frau Lily seine letzte Ruhe zu finden. Steinmeier würdigte den Verstorbenen am Sonntag als einen „unermüdlichen Verteidiger seines geliebten Heimatlandes Israel“. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Scharon zuvor als einen Patrioten bezeichnet, der sich um sein Land verdient gemacht habe.

          Jubel im Libanon

          UN-Generalsekretär Ban Ki-moon nannte ihn einen „Helden seines Volkes“. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag zu Beginn der Kabinettssitzung, das jüdische Volk werde sich immer an Scharon als „einen unserer hervorragendsten Führer und unserer kühnsten Kommandeure erinnern“.

          Der Fatah-Führer Dschibril Radschub bezeichnete Scharon in Ramallah dagegen als einen Kriegsverbrecher, der vor den Internationalen Strafgerichtshof gehört hätte. In palästinensischen Flüchtlingslagern im Libanon wurde die Nachricht von Tod Scharons bejubelt. Ihm wurde eine Mitverantwortung für die Massaker in den libanesischen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila im Jahr 1982 zugewiesen, bei denen mit Israel verbündete christlichen Milizen fast tausend Palästinenser ermordet hatten.

          Scharon hatte damals als Verteidigungsminister den Einmarsch im Nachbarland angeordnet. Zugleich tat er sich als Förderer des Siedlungsbaus in den besetzten Gebieten hervor. Als Regierungschef überraschte er dann viele, als er im Jahr 2005 Siedler und Armee aus dem Gazastreifen zurückholte und vier Siedlungen im Westjordanland räumen ließ.

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