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„Islamischer Staat“ : Zahl der IS-Kämpfer in Libyen soll sich verdoppelt haben

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Trümmer eines angeblichen IS-Ausbildungslagers in Libyen, das bei einem amerikanischen Luftschlag im Februar zerstört worden sein soll. Bild: AP

Die Vereinigten Staaten gehen davon aus, dass die Zahl der IS-Kämpfer in Libyen innerhalb des vergangenen Jahres deutlich zugenommen hat. In Syrien verliert die Terrormiliz hingegen weitere Gebiete.

          Die Zahl der Kämpfer der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Libyen hat sich nach Angaben der Vereinigten Staaten binnen gut eines Jahres verdoppelt. Derzeit seien schätzungsweise zwischen 4000 und 6000 IS-Kämpfer in dem nordafrikanischen Land aktiv, sagte der Oberbefehlshaber des amerikanischen Afrika-Kommandos, David Rodriguez, in Washington. Dies seien gut doppelt so viele wie noch vor zwölf bis 18 Monaten, sagte der General.

          Allerdings gelinge es ihnen anders als den IS-Kämpfern in Syrien und dem Irak nicht, rasch Geländegewinne zu erzielen. In Libyen herrschten „bedeutend andere Bedingungen“, sagte Rodriguez. Dort habe der IS nicht genügend einheimische Kämpfer, die das Land gut kennen würden. Zudem schätzten die einheimischen Milizen keine Einmischung von außen.

          Der IS nutzt das Chaos in dem Land aus, das nach dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 von einem Bürgerkrieg erfasst wurde. Monatelang war um die Bildung einer Einheitsregierung gerungen worden. Eine von Islamisten dominierte Schattenregierung in der Hauptstadt Tripolis gab am Dienstagabend zugunsten einer von den Vereinten Nationen vermittelten Übergangsregierung auf.

          Schon seit längerem gibt es Spekulation über eine internationale Militärintervention gegen den IS in Libyen. Die Vereinigten Staaten hatten im Februar ein Trainingslager der Miliz bombardiert. Rodriguez schloss am Donnerstag weitere Luftangriffe nicht aus.

          Freie Syrische Armee auf dem Vormarsch

          In Syrien gerät der IS unterdessen immer mehr in Bedrängnis. Einheiten der „Freien Syrischen Armee“ (FSA) hätten die Stadt im Norden der Provinz Aleppo nach schweren Kämpfen mit der radikal-islamischen IS-Miliz unter ihre Kontrolle gebracht, berichtete die der Opposition nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag.

          Einige FSA-Rebellen seien mit türkischen Waffen ausgerüstet gewesen. „Das ist der Anfang vom Ende von Daesch“, sagte Abu Abdullah von der Nur-al-Din-al-Sinki-Brigade und verwendete den arabischen Namen des sogenannten Islamischen Staates. Die Nachrichtenagentur Amak, die dem IS nahesteht, räumte ein, „Brigaden der von den Vereinigten Staaten und der Türkei unterstützten Opposition“ hätten al-Rai eingenommen. Dem seien tagelange Angriffe mit amerikanischen Bomben und türkischer Artillerie vorausgegangen.

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