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Weltkulturerbe in Syrien : IS-Milizen sollen Statuen in Palmyra zerstört haben

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Bedrohtes Weltkulturerbe: Römische Ruinen in Palmyra. Bild: Christoph Borgans

Eine Woche nach der Eroberung Palmyras durch den „Islamischen Staat“ sind die historischen Stätten weiterhin bedroht. Nach Angaben eines Provinzgouverneurs haben die Dschihadisten bereits Skulpturen in einem Museum zerschmettert.

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          Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat nach Angaben eines syrischen Provinz-Gouverneurs antike Statuen in einem Museum der Welterbestätte Palmyra zerstört. Einige der Skulpturen in der Ausstellung seien von Extremisten zerschmettert worden, sagte der Chef der Provinz Homs, Talal Barazzi, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Er fügte hinzu: „Wir haben unbestätigte Berichte erhalten, dass auch einige Statuen im Baal-Tempel zerstört worden sind.“

          Der IS hatte die historische Oasenstadt in Zentralsyrien vor knapp einer Woche von Regimetruppen erobert. Die gleichnamige Ruinenstätte gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und gilt als eine der bedeutendsten Kulturstätten im Nahen Osten. Über Beschädigungen der Bauten wurde zunächst nichts bekannt. Im Nordirak hatten IS-Anhänger bereits im Frühjahr Kulturstätten vernichtet, etwa die Ruinen der Jahrtausende alten Stadt Nimrud.

          Kurz vor dem Einfall der Dschihadisten waren laut Unesco allerdings etwa 400 Statuen in Sicherheit gebracht worden. Nach einer radikalen Islam-Interpretation sind Bilder und figürliche Darstellungen von Menschen verboten.

          Was sich in Palmyra tatsächlich abspielt, ist nicht klar. Am Dienstag hatte ein Vertreter des syrischen Regimes in Damaskus, der Antiquitätenminister Maamun Abdulkarim, gesagt, dass die historische Altstadt und die 2000 Jahre alten römischen Ruinen noch unbeschädigt seien. Er berief sich auf Quellen vor Ort. Ebenfalls am Dienstag tauchte bei YouTube ein Video auf, das einen IS-Kommandeur in Palmyra zitiert, der ankündigt, die Stadt nicht zerstören zu wollen. Man werde aber Statuen „pulverisieren“.

          20 Männer im Theater hingerichtet?

          Nach Angaben von Aktivisten erschossen die Terroristen 20 Männer im antiken römischen Theater der Oasenstadt. Die Männer seien beschuldigt wurden, Schiiten und Alawiten zu sein, die für die Regierung gekämpft hätten, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, am Mittwoch. Sie seien vor einer Menschenmenge in dem Theater der Stadt erschossen worden.

          Die Beobachtungsstelle hatte am Sonntag gemeldet, dass die IS-Miliz seit der Einnahme Palmyras mehr als 200 Menschen ermordet habe. Demnach wurden in und um Palmyra seit dem 16. Mai 67 Zivilisten sowie 150 Kämpfer der Regierungstruppen hingerichtet. Unter den Opfern seien 14 Kinder und zwölf Frauen, teilte die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle mit, die sich auf ein Netzwerk von Ärzten und Aktivisten in Syrien stützt. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite nicht geprüft werden. Staatsmedien hatten zuvor berichtet, die IS-Miliz habe in Palmyra etwa 400 Zivilisten getötet.

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