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„Islamischer Staat“ : Qatar als Sündenbock

Die IS-Kämpfer seien auch von Qatar finanziert worden, sagt der deutsche Entwicklungshilfeminister Müller. Dafür liegen aber keine Hinweise vor. Die Diskussion lenkt vom eigentlichen Problem ab.

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          Ein Sündenbock muss her, und Entwicklungshilfeminister Gerd Müller hat einen gefunden. Qatar also steckt hinter dem „Islamischen Staat“, hat ihn finanziert, so der Minister. Dieser „Islamische Staat“ braucht aber keine fremden Hilfen mehr, er finanziert sich längst aus eigenen Quellen: den Erträgen aus sieben Ölfeldern, Schutzgeldern, Beutegut. Hinweise, dass Staaten, vor allem von der Arabischen Halbinsel, die Dschihadisten finanzieren, liegen nicht vor (außer vielleicht dem deutschen Minister).

          Es gibt Drohungen der Terroristen auch gegen Qatar, weil es Sport und Fußball erlaubt, sogar die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 ausrichten wird. Qatar muss sich allerdings fragen lassen, ob es richtig war, auch auf Extremisten zu setzen, um den syrischen Präsidenten zu stürzen.

          Auf amerikanischen Druck hat Qatar die Unterstützung der islamistischen Miliz Ahrar al Sham eingestellt, die Al Qaida nahesteht. Da sie keinen Sold mehr bekommen, schließen sich deren Kämpfer dem selbsternannten Kalifen an. Das Problem ist nicht Qatar. Das Problem ist, dass niemand für Syrien und den Irak eine Strategie hat.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

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