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Islamischer Staat : Extremisten handeln mit Leichen kurdischer Gefallener

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Ein kurdischer Wachtposten steht in der Nähe von Mossul, der „Hauptstadt“ des „Islamischen Staats“. Bild: Reuters

Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ leidet unter akuter Finanznot. Um dem abzuhelfen, handeln die islamistischen Extremisten mit den Leichen gefallener Kurden, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“.

          Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) handelt mit den Leichen gefallener kurdischer Kämpfer. Für 10.000 bis 20.000 Dollar können die Kurden-Milizen die Leichname ihrer Gefallenen zurückkaufen. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ mit Bezug auf Sicherheitskreise.

          Der IS suche wegen sinkender Einnahmen aus dem Öl- und Antiquitätenschmuggel nach neuen Geldquellen. Wegen der angespannten Finanzlage, so berichtet die F.A.S. weiter, hat die Terrororganisation  ihren Kämpfern die Gehälter bis um zwei Drittel gekürzt. Außerdem müssen Staatsangestellte, die etwa im syrischen Raqqa oder im irakischen Mossul arbeiten und ihr Gehalt vom syrischen und irakischen Staat beziehen, zehn bis 15 Prozent ihres Einkommens an den IS abführen.

          Durch die militärische Offensive der Anti-IS-Koalition sind der Terrororganisation laut dem Bericht bisher lukrative Einnahmequellen weggebrochen. So haben die Bombardements der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten einen großen Teil der Infrastruktur zerstört, die bisher vom IS für den Ölschmuggel genutzt wurde. In Verbindung mit dem gefallenen Ölpreis auf dem Weltmarkt kann der IS nach Einschätzung von Sicherheitsfachleuten derzeit nur noch 10 bis 20 Dollar je Barrel einnehmen.

          Auch der Handel mit Antiquitäten ist weitgehend zum Erliegen gekommen, da der Vormarsch des IS gestoppt wurde. Der IS hatte Museen, Kirchen, Grabstätten, aber auch Privatwohnungen anderer ethischer und religiöser Gruppen geplündert und die Antiquitäten in großem Stil verkauft.

          Dass der IS auch illegalen Organhandel betreibt, wie vor kurzem gemeldet, halten Fachleute für unwahrscheinlich. Die Entnahme, der fachgerechte Transport und die rechtzeitige Zustellung an einen Empfänger seien ein hochkomplexer Vorgang, für den der IS kaum die medizinischen, technischen und logistischen Fähigkeiten habe, berichtet die F.A.S.

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