https://www.faz.net/-gq5-87uuz

Syrien : Ischinger für Militär-Einsatz Deutschlands

  • Aktualisiert am

Wolfgang Ischinger ist Chef der Münchener Sicherheitskonferenz. Bild: Picture-Alliance

Der Konflikt in Syrien ist einer der Gründe für den großen Flüchtlingsandrang. Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz fordert deshalb von Deutschland militärisches Engagement. Sonst dürfe man sich nicht über Millionen Flüchtlinge wundern, so Ischinger.

          Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat sich für ein militärisches Engagement Deutschlands in Syrien ausgesprochen. „Unsere Strategie in der Syrien-Krise ist nur dann glaubwürdig, wenn sie mit glaubwürdigen militärischen Handlungsoptionen unterlegt ist“, sagte Ischinger dem „Münchner Merkur“.

          „Die EU muss imstande sein, über Fragen wie Schutzzonen in Syrien für die Millionen von Flüchtlingen ernsthaft zu reden“, forderte Ischinger. Dazu müsse auch mit den Vereinigten Staaten und anderen über mögliche Flugverbote in und um Syrien gesprochen werden. „Wer sich dazu nicht aufrafft, darf sich nicht wundern, wenn weitere hunderttausende oder Millionen Flüchtlinge bei uns landen.“

          Ischinger stellte mit Blick auf den Konflikt in Syrien fest: „Wir haben vor vier Jahren fälschlicherweise weg geschaut.“ Doch auch Nichtstun habe Folgen. Nun lande der Konflikt „krachend vor unserer Haustür“. Europa müsse sich bei der Lösung des Problems auch mit Russland und dem Iran abstimmen.

          Generell zeichnete der Sicherheitsexperte ein düsteres Bild von der Lage im Nahen Osten. „Die gesamte Region steht kurz vor der Groß-Explosion. Die Gefahr überschwappender Instabilität ist enorm.“ Deshalb sei es überfällig, in Europa nicht nur „Abwehrschritte“ zu unternehmen, sondern „eine diplomatische Groß-Initiative“ zu starten.

          Topmeldungen

          Wehretat unter Druck : Scholz’ Quadratur des Kreises

          Die Bundeswehr soll weniger Geld bekommen als sie benötigt und Deutschland der Nato versprochen hat. Was am stärksten wächst, ist die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit – der Rest ist eine Lüge. Eine Analyse.

          Internes Papier : EU-Kommission lehnt Brexit-Verschiebung über 23. Mai hinaus ab

          Theresa May will eine Verschiebung des Brexits bis zum 30. Juni 2019 beantragen – ohne eine Teilnahme der Briten an der Europawahl. Doch die EU-Kommission hat Vorbehalte, Frankreich droht gar mit einem Veto, und Tusk stellt eine Bedingung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.