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Iran : Künftiger Präsident Rohani verspricht mehr Freiheiten

  • Aktualisiert am

Ab 2. August übernimmt Hassan Rohwani das Amt des iranischen Präsidenten Bild: Reuters

In einer Fernsehansprache spricht sich Irans zukünftiger Präsident Hassan Rohani für größere Freiheiten für das Volk aus, prangert Zensur an - und fordert einen freien Zugang zum Internet.

          Nach seinem unerwartet deutlichen Wahlsieg im vergangen Monat feierten viele Menschen in Iran auf den Straßen - die Moderaten und Reformisten im Land legen ihre Hoffnungen in den Kleriker Hassan Rowhani. Der befeuerte diese nun in einer im iranischen Fernsehen übertragenen Ansprache, wie der Guardian berichtet.

          „Unter einer starken Regierung versteht man nicht eine Regierung, die überall eingreift“, sagte Rohani demnach. Er kritisierte die Zensur, die iranische Behörden online vornehmen und plädierte für einen freien Zugang zum Internet - soziale Netzwerke wie Facebook seien ein willkommenes Phänomen, so Rohani. An die Regierung seines Vorgängers Mahmud Ahmadineschad gewandt sagte der Geistliche: „Die Freiheiten und Rechte der Menschen wurden ignoriert, aber die der Regierenden betont.“ Weitreichende Online-Zensur würde nur das Misstrauen zwischen den Bürgern und dem Staat verstärken.

          Auch das Staatsfernsehen ließ Rohani in seiner Kritik nicht aus. Es solle seine Berichterstattung mehr an den Interessen der iranischen Bevölkerung orientieren. Wenn der staatliche Sender IRIB über eine Panda-Geburt in China berichte, während in Iran unbezahlte Arbeiter auf der Straße protestieren, dann wäre es nicht verwunderlich, wenn Letzteres keinen interessiere, so der Politiker.

          Äußerungen zur Gleichberechtigung

          Rohani sprach indes nicht nur über Mängel bei Meinungs- und Pressefreiheit im Land - er gab auch seine Meinung zum im Iran so sensiblen Thema Gleichberechtigung preis.

          Er sei ein Gegner der Trennung von Mann und Frau, auch an Universitäten, so der 65-Jährige. Bezogen auf die in Iran geltende traditionell-islamische Kleiderordnung sagte er: „Wenn eine Frau oder ein Mann nicht mit unseren Regeln für Kleidung einverstanden sind, dann soll sein oder ihr Wert nicht in Frage gestellt werden.“ Rohani betonte dabei, dass besonders Frauen, die nicht die den ganzen Körper bedeckende Hidschab tragen wollten, nicht als wertlos angesehen werden sollten.

          Hassan Rohani wird am 2. August das Amt des iranischen Präsidenten offiziell übernehmen.

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