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Teheran dementiert : Iran: Fliegen keine Luftangriffe gegen IS-Miliz

  • Aktualisiert am

Iranische Kampfjets (während einer Militärparade im April 2011) Bild: dpa

Teheran bestreitet, an Luftschlägen gegen Stellungen der IS-Terrormiliz im Irak beteiligt zu sein. Ein Regierungsvertreter wies entsprechende Angaben des amerikanischen Pentagons zurück.

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          Iran hat nach Angaben eines hochrangigen Regierungsvertreters keine Luftangriffe gegen Stellungen der IS-Terrormiliz im Irak geflogen. „Iran war nie an irgendwelchen Luftschlägen gegen IS-Ziele im Irak beteiligt“, sagte der Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Damit Berichte zurück, nach denen das amerikanische Verteidigungsministerium Erkenntnisse über entsprechende Luftangriffe hat. “Irgendeine Form der Kooperation mit den Vereinigten Staaten bei solchen Luftschlägen kommt außerdem für Iran nicht infrage“, sagte der Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte.

          Dagegen hatte Pentagonsprecher John Kirby dem Fernsehsender CNN in Washington gesagt: „Wir haben Anzeichen erkannt, dass Iran in den vergangenen Tagen diese Einsätze im Osten des Iraks geflogen haben.“ Die Angriffe seien nicht mit der von den Vereinigten Staaten angeführten Anti-IS-Koalition abgestimmt gewesen. Da es sich um irakisches Hoheitsgebiet handele, sei dies eine Angelegenheit zwischen Bagdad und Teheran. Den Amerikanern sei aber bekannt, dass die beiden Seiten in militärischen Fragen „kommunizieren“.

          „Bericht nicht korrekt“

          In einer ersten Reaktion hatte Irans Regierung den Bericht des Pentagons als „nicht genau, daher auch nicht korrekt“ bezeichnet. „Die iranische Strategie (zur Bekämpfung des IS) hat sich nicht geändert“, sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham am Mittwoch, ohne jedoch ein klares Dementi abzugeben.

          Iran unterstützte die schiitisch dominierte Regierung in Bagdad im Kampf gegen die IS-Gruppe in den vergangenen Monaten bereits mit Waffen und Ausbildern.

          Der arabische Sender Al Dschazira hatte schon vor kurzem Aufnahmen veröffentlicht, auf denen mutmaßlich F-4-Kampfjets zu sehen waren, wie sie die iranische Luftwaffe benutzt. Demnach griffen die Jets Ziele in der ostirakischen Provinz Dijala an, die unweit der Grenze zu Iran liegt.

          Allianz gegen IS trifft sich in Brüssel

          Das weitere Vorgehen gegen den IS ist am Mittwoch auch Thema in Brüssel, wo Vertreter aus 58 Staaten auf Einladung des amerikanischen Außenministers John Kerry im Nato-Hauptquartier zusammenkommen. Neben der Fortsetzung der Luftangriffe soll auch über Möglichkeiten diskutiert werden, wie der Zustrom ausländischer Kämpfer in die Reihen der Extremistenmiliz gestoppt und den Dschihadisten finanziell das Wasser abgegraben werden kann. Ein weiteres Thema ist humanitäre Hilfe für Flüchtlinge, die vor den Kämpfen fliehen mussten. Deutschland wird durch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) vertreten.

          Kurden in Kobane erhalten Verstärkung

          Unterdessen reiste eine zweite Gruppe kurdischer Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak über die Türkei nach Nordsyrien, um die seit Monaten umkämpfte Grenzstadt Kobane gegen die Dschihadistengruppe zu verteidigen. Wie die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag meldete, überquerten die etwa 150 Kämpfer am Vorabend die Grenze bei Mürsitpinar. Sie seien zuvor unter strenger Geheimhaltung mit einem Privatflugzeug aus der irakischen Kurdenmetropole Arbil in die Türkei eingeflogen worden und hätten sowohl weitere Waffen als auch Munition im Gepäck.

          Die Türkei hatte Ende Oktober eine erste Gruppe von ebenfalls etwa 150 Kämpfern über ihr Staatsgebiet nach Kobane reisen lassen. Die Luftangriffe auf IS werden von der Türkei aber nicht unterstützt, was im Westen Kritik auslöste.

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