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Kein Nachschub mehr : IS-Kämpfer in Mossul eingekreist

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Nordirak: Der Nachschub für den IS in Mossul ist nun abgeschnitten. Bild: dpa

Der „Islamische Staat“ verliert immer mehr an Boden – nun ist die Terrormiliz auch von allen Nachschubwegen nach Mossul abgeschnitten. Dort leistet sie jedoch weiter erbitterten Widerstand.

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          Im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat die irakische Armee am Mittwoch einen operativen Erfolg vermeldet: Die IS-Kämpfer in Mossul seien nunmehr von allen Nachschubwegen abgeschnitten, insbesondere von der Verbindung in ihre syrische Hochburg Raqqa, teilten die Regierungstruppen mit. Kämpfer der Hasched al Schaabi (Volksmobilisierungseinheiten), einem Verbund regierungstreuer paramilitärischer Kräfte, hätten die Straße von Tal Afar nach Sindschar unter ihre Kontrolle gebracht.

          Die Straße ist für die Terrormiliz lebenswichtig, weil sie über diese Strecke Nachschub und Kämpfer transportiert. Auch aus Kreisen der kurdischen Peschmerga-Kämpfer hieß es, die Milzen hätten die Straße eingenommen. Damit ist der IS in Mossul von der Außenwelt abgeschnitten – die Stadt gilt als letzte große Bastion der Terrormiliz im Irak.

          IS leistet erbitterten Widerstand

          In Mossul halten sich nach Einschätzung von amerikanischen Experten noch rund 3000 bis 5000 IS-Kämpfer auf. Irakische Regierungstruppen und mit ihr verbündete Milizen hatten Mitte Oktober mit der Luftunterstützung der von den Vereinigten Staaten geführten Anti-IS-Koalition eine lange geplante Offensive auf die Großstadt begonnen. Die IS-Miliz leistet trotz der Überlegenheit der Gegenseite erbitterten Widerstand.

          Die Zahl der Menschen, die aus Mossul flüchteten, wird inzwischen auf rund 70.000 geschätzt. Vor zwei Wochen war die Zahl noch mit gut 40.000 angegeben worden. Derzeit seien die Aufnahmekapazitäten ausreichend, sagte die Sprecherin des Norwegischen Flüchtlingsrats, Becky Bakr Abdulla. „Aber wir fürchten, dass in den kommenden Wochen Zehntausende weitere eintreffen werden.“

          Am Dienstag wurde bei einem Luftangriff der von den Vereinigten Staaten geführten Militärkoalition in Mossul eine Brücke über den Tigris zerstört. Die IS-Kämpfer setzen bei ihrem Widerstand gegen die Angreifer auf ein Netzwerk von Tunneln, Sprengfallen und Selbstmordanschläge. Die irakische Regierung hat seit dem Beginn der Offensive am 17. Oktober keine Angaben zu eigenen Verlusten gemacht.

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