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Irak : IS macht antike Stadt dem Erdboden gleich

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Zerstört? Irakische Arbeiter reinigen Ausgrabungen in Nimrud (Archivfoto vom Juli 2001). Bild: AFP

Die Terrormiliz IS setzt ihre Zerstörung historischer Kulturgüter im Irak fort: Die antike Assyrer-Hauptstadt Nimrud sei von Planierraupen dem Erdboden gleich gemacht worden, berichten Augenzeugen. Die Chefin der Unesco spricht von Kriegsverbrechen.

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          Die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) setzt die Zerstörung historischer Kulturgüter im Irak fort. In der Jahrtausende alten Stadt Nimrud südlich von Mossul haben IS-Kämpfer nach Angaben des Altertumsministeriums in Bagdad und lokaler Stammesvertreter demnach antike Stätten in der einstigen Hauptstadt Assyriens „mit schweren Militärfahrzeugen“ planiert. Die Chefin der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco), Irina Bokowa, bezeichnete das Vorgehen am Freitag in Paris als Kriegsverbrechen. Dieser neue Angriff rufe in Erinnerung, dass die im Irak wütende kulturelle Säuberung nichts und niemanden ausspare. Sie mache auch vor der systematischen Zerstörung von Jahrtausende altem Erbe der Menschheit nicht halt.

          Die Regierung in Bagdad verurteilte die Angriffe „terroristischer Banden“ als abermaligen Beweis für „ihr rücksichtsloses Vorgehen“ gegen „den Willen der Welt und die Gefühle der Menschheit. Erst Ende Februar hatte der „Islamische Staat“ im Internet ein Video veröffentlicht, das die Zerstörung assyrischer Kulturgüter aus der Provinz Ninive zeigt, darunter eine mehr als 2600 Jahre alte Figur. Bereits nach der Eroberung der Provinzhaupstadt Ninives, Mossul, im vergangenen Sommer hatten Gefolgsleute IS-Führers Abu Bakr al Bagdadi die Grabstätte des Propheten Jonas zerstört. Stammesführer bestätigten am Freitag, dass IS-Kämpfer in die Ruinen der 1250 vor Christus gegründeten Stadt Nimrud eingedrungen seien und die Ausgrabungsstätten mit Planierfahrzeugen „dem Erdboden gleich gemacht“ hätten. Statuen, Häuserwände und eine Festung seien zerstört worden.

          Nimrud liegt auf dem Weg zwischen dem zur Zeit von irakischen Armeeeinheiten und Schiitenmilizen belagerten Tikrit und Mossul. Beide Provinzhauptstädte werden seit vergangenem Sommer vom IS kontrolliert. Der Gouverneur Salaheddins äußerte sich am Freitag zuversichtlich, dass die von Iran militärisch und logistisch unterstützte Anti-IS-Allianz am Wochenende näher auf das Zentrum Tikrits vorrücken würde. 28000 Menschen sollen seit Beginn der Offensive am Montag aus der am Tigris gelegene Geburtsstadt des 2003 gestürzten Diktators Saddam ins weiter südlich gelegene Samarra geflohen sein, berichteten die Vereinten Nationen am Donnerstag.

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