https://www.faz.net/-gq5-7qr1e

Irak : Dschihadisten erobern weiteren Grenzübergang zu Syrien

  • Aktualisiert am

Demonstration von Trauergästen auf einem Friedhof in Taza Khormato bei Kirkuk, denen 15 Todesopfer von Kämpfen gegen die Isis-Gruppe übergeben worden waren Bild: AP

Isis-Kämpfer im Irak haben einen weiteren Grenzübergang nach Syrien erobert. Erstmals macht die Maliki-Regierung Angaben über die Zahl ihrer gefallenen Soldaten.

          Kämpfer der Dschihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und in Großsyrien (Isis) haben einen weiteren Grenzübergang vom Irak nach Syrien unter ihre Kontrolle gebracht. Wie zwei Offiziere des irakischen Grenzschutzes am Montag bestätigten, eroberten sie mit dem Übergang al Walid bereits die zweite Kontrollstelle an der Grenze zu dem benachbarten Bürgerkriegsland.

          Den Angaben nach zog sich der Grenzschutz am Sonntag von dem eingenommenen Posten zu einem anderen Grenzübergang nach Jordanien weiter südlich zurück. Bei ihrem Vormarsch aus dem Norden des Iraks in Richtung der Hauptstadt Bagdad hatten Isis-Extremisten seit dem 9. Juni mehrere große Städte unter ihre Kontrolle gebracht. Hunderttausende Iraker flohen vor den Kämpfen. Am Montag hielt sich deswegen der amerikanische Außenminister John Kerry zu Gesprächen über die Krise in der Hauptstadt Bagdad auf.

          Unterdessen wurde bekannt, dass bei einem Angriff von Bewaffneten auf einen Gefangenentransport in der Nähe der irakischen Stadt Hilla mehr als 50 Insassen getötet worden sind. Das Nachrichtenportal „Sumaria News“ berichtete am Montag unter Berufung auf die irakische Polizei sogar von 70 Toten und mehreren Dutzend Verletzten. Nach einem anderen Bericht waren unter den Toten auch sieben Polizisten. Die Gefangenen sollten in ein anderes Gefängnis verlegt werden. Die Identität der Angreifer war zunächst unbekannt. Hilla liegt rund 125 Kilometer südlich von Bagdad.

          Über Twitter verbreitete die den Dschihadisten nahestehende Gruppe Albaraka News dieses Bild, das nach ihren Angaben Isis-Kämpfer vor knapp zwei Wochen nahe der irakisch-syrischen Grenze zeigt.

          Die irakische Regierung teilte mit,  Isis habe im Zuge ihres Vormarschs bereits „hunderte“ Soldaten getötet. Diese Angabe machte der für Sicherheitsfragen zuständige Sprecher von Ministerpräsident Nuri al-Maliki, Generalleutnant Kassem Atta, am Montag im irakischen Fernsehen. Es handelt sich um die bislang präziseste offizielle Äußerung aus der Regierung zur Zahl der getöteten Soldaten.

          Topmeldungen

          Bayern 3:3 in Amsterdam : „Ein sensationell gutes Spiel“

          Beim 3:3 der Münchner in Amsterdam spielt der Fußball verrückt. Trainer Niko Kovac ist zufrieden. Doch die Partie offenbart einige Baustellen beim FC Bayern. Vor allem einer spricht sie an.

          Vor EU-Gipfel in Brüssel : Maas bleibt hart bei Brexit-Vertrag

          Nach ihrem überstandenen Misstrauensvotum will Theresa May das Brexit-Abkommen in Brüssel nachverhandeln – doch dafür sieht die Bundesregierung kaum Chancen. Man sei „auf alles vorbereitet“, sagt der Außenminister.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.