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Irak : Aufständische setzen Staudamm als Waffe ein

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Auf dem Trockenen: Wasser des Euphrats wurde gestaut, um es anderswo einzusetzen. Bild: AFP

Islamistische Rebellen haben einen irakischen Staudamm unter Kontrolle gebracht und Teile Falludschads überschwemmt. Damit soll der Vormarsch der Regierungstruppen gestoppt werden.

          Im Westen des Iraks haben Aufständische einen wichtigen Staudamm unter ihre Kontrolle gebracht, um Wasser als strategische Waffe gegen Regierungstruppen einsetzen zu können. Die Islamisten hätten zeitweise fast alle Schleusen geschlossen, wodurch der Euphrat flussaufwärts über die Ufer getreten sei und weite Gebiete rund um die von Rebellen besetzte Stadt Falludscha überschwemmt habe, sagte ein regierungsfeindlicher Stammesführer aus der Region am Freitag. Dadurch solle der Vormarsch der Armee auf Falludscha gestoppt oder zumindest erschwert werden. Zugleich würden Gebiete flussabwärts kaum noch Wasser erhalten.

          „Es ist ein abscheuliches Verbrechen, Wasser als Waffe einzusetzen und Menschen dursten zu lassen“, sagte Regierungsberater Un Dhijab. Die Schließung der Schleusen werde schwerwiegende Folgen haben. Der Staudamm liegt rund fünf Kilometer südlich von Falludscha. Die Stadt war vor kurzem von Kämpfern der extremistischen Isil-Gruppe eingenommen worden, die im Irak und Syrien einen islamistischen Staat gründen wollen.

          Armee kündigt Offensive an

          Der irakische Ministerpräsident Nuri al Maliki warf den Islamisten vor, die bisherige Zurückhaltung der Armee rund um Falludscha ausgenutzt zu haben. Die Lage sei mit der Besetzung des Staudamms deutlich komplizierter geworden, erklärte er in seiner wöchentlichen Fernsehansprache.

          Es bleibe ihm keine andere Wahl, als auf Konfrontation zu gehen. Die Armee kündigte eine Offensive an, um den Staudamm wieder unter die Kontrolle der Regierung zu bekommen.

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