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Irak : Anschlagsserie erschüttert Bagdad

  • Aktualisiert am

Mindestens 13 Autobomben explodierten im Großraum Bagdad. Bild: AP

Im Großraum Bagdad detonierten mindestens 13 Autobomben. Die Explosionen wurden aus überwiegend von Schiiten bewohnten Gebieten gemeldet. Mehr als 30 Menschen starben.

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          Bei einer Serie von Anschlägen auf schiitische Muslime und Sicherheitskräfte im Irak sind dutzende Menschen getötet worden. Im Großraum Bagdad detonierten allein am Sonntag mindestens 13 Autobomben - zumeist auf belebten Marktplätzen. Im Norden des Landes starb am Samstag ein ranghoher Geheimdienstoffizier durch den Anschlag eines Selbstmordattentäters. Insgesamt wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen am Wochenende mindestens 38 Personen getötet.

          Anschläge auf Schiiten

          Explosionen wurden am Sonntag aus überwiegend von Schiiten bewohnten Gebieten im Zentrum und Norden der Hauptstadt gemeldet. Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Im Irak gibt es inzwischen fast täglich solche Attacken, die meist dem irakischen Ableger des sunnitischen Terrornetzes Al Qaida zugeschrieben werden.

          Bereits am Samstag sprengte sich ein Selbstmordattentäter an einem Kontrollpunkt der Armee in Tal Afar, westlich der nordirakischen Stadt Mossul, in die Luft. Er tötete dabei den Leiter einer Geheimdienstausbildungsstätte sowie drei seiner Leibwächter. Westlich der Stadt überlebte ein Offizier der Armee eine Explosion in der Nähe seines Hauses, zwei Personenschützer starben. Im nordirakischen Tus Churmatu, rund 170 Kilometer von der Hauptstadt Bagdad entfernt, wurde zudem ein Richter getötet, als eine in seinem Auto versteckte Bombe explodierte.

          Im Irak ist nach dem Abzug der  amerikanischen Soldaten im Dezember 2011 wieder der alte Machtkampf zwischen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit und der sunnitischen Minderheit ausgebrochen. Der Vorsitzende der überkonfessionellen Allianz Al Irakija, Ijad Allawi, rief die Sicherheitsbehörden auf, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Gewalt zu beenden, die nur zur Verbreiterung der Kluft zwischen Sunniten und Schiiten führe. Allawi ist - obwohl selbst Schiit - ein Kritiker des schiitischen Regierungschefs Nuri al Maliki und forderte bereits dessen Rücktritt.

          Im Irak war die schiitische Bevölkerungsmehrheit des ehemaligen Präsidenten Saddam Hussein, der selbst Sunnit war, brutal unterdrückt worden. Nun fühlen sich die Anhänger der sunnitischen Glaubensrichtung diskriminiert. Seit Wochen gehen sie gegen die Regierung al Malikis auf die Straße.

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