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Golanhöhen : Israel schießt syrische Drohne ab

Fahrzeuge der Vereinten Nationen an den Golanhöhen Bild: REUTERS

Israel hat bei den Golanhöhen eine syrische Drohne abgeschossen. 71 UN-Soldaten konnten sich derweil aus der Gewalt der islamistischen Nusra-Front befreien. 43 werden noch vermisst.

          Auf den Golanhöhen haben sich am Wochenende 71 UN-Soldaten befreit, die von syrischen Rebellen in der Nähe von Quneitra eingekesselt worden waren. Dabei setzten sich irische Blauhelmsoldaten mit Waffengewalt gegen Rebellen der Nusra-Front zur Wehr. Laut Presseberichten kam es zu einem sieben Stunden andauernden Feuergefecht. Einige UN-Soldaten flüchteten offenbar auf die israelische Seite der Waffenstillstandslinie. Alle philippinischen Blauhelme seien in Sicherheit, teilte ein Regierungssprecher in Manila am Sonntag mit.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Mindestens 43 UN-Soldaten von den Fidschi-Inseln befinden sich noch immer in der Gewalt der islamistischen Nusra-Front und verbündeter syrischer Milizen. Der Sender BBC zitierte eine Mitteilung der Nusra-Front, nach der die Soldaten der Fidschi-Inseln an einem „sicheren Ort“ seien und gut behandelt würden. Man habe sie gefangen genommen, da die Vereinten Nationen das „tägliche Vergießen muslimischen Blutes in Syrien“ ignorierten, teilte die Nusra-Front mit.

          Nach israelischen Informationen bemüht sich das Emirat Qatar um die Freilassung der Blauhelmsoldaten. Nach Spekulationen der israelischen Zeitung „Maariv“ könnte die jüngste Eskalation das Ende der UN-Mission Undof auf den Golanhöhen bedeuten, die dort seit 1974 den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien beobachtet. Es sei fraglich, wie lange die UN noch Soldaten an eine Waffenstillstandslinie entsenden wird, die bis auf ganz wenige Ausnahmen von der mit Al Qaida verbündeten Nusra-Front kontrolliert wird. Im vergangenen Jahr hatten die Vereinten Nationen bereits große Schwierigkeiten, Ersatz für das österreichische Kontingent zu finden, das sich damals wegen der zunehmenden Kämpfe zurückgezogen hatte. Die Österreicher wurden zum Teil durch die Soldaten von den Fidschi-Inseln ersetzt, die jetzt verschleppt worden waren.

          Am Sonntagnachmittag schoss die israelische Luftwaffe bei Quneitra unterdessen eine Drohne ab. Nach ersten Erkenntnissen gehörte das unbemannte Fluggerät der syrischen Armee und war auf den Golanhöhen versehentlich über israelisches Gebiet geraten. Israel werde auf jede Verletzung seiner Souveränität reagieren, sagte ein Armeesprecher.

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