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Golanhöhen : Blauhelmsoldaten kämpfen gegen syrische Islamisten

  • Aktualisiert am

Blauhelmsoldaten der Vereinten Nationen beobachten die Lage auf den Golanhöhen Bild: AP

Philippinische Blauhelmsoldaten stellen sich den Angriffen von Islamisten auf die eingekesselten Soldaten der Vereinten Nationen entgegen. Bei Bombenabwürfen in der Nähe der Kämpfe sollen drei Angreifer getötet worden sein.

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          Nach der Entführung von 44 UN-Soldaten auf den Golanhöhen haben sich philippinische Blauhelmsoldaten Gefechte mit syrischen Rebellen geliefert. Eine UN-Stellung sei angegriffen worden, es habe Feuergefechte gegeben, sagte der philippinische Verteidigungsminister Voltaire Gazminin am Samstag in der Hauptstadt Manila. Eine zweite Stellung habe geräumt werden können.

          Mehr als 70 schwerbewaffnete Blauhelmsoldaten von den Philippinen hatten sich am Freitag den Rebellen entgegengestellt, um zwei belagerte Stellungen in der von der UNO überwachten Zone zwischen Syrien und Israel zu verteidigen. Die beiden Stellungen liegen etwa vier Kilometer voneinander entfernt auf den Golanhöhen. Die philippinischen Soldaten wurden belagert, nachdem sie sich geweigert hatten, ihre Waffen niederzulegen. An der Offensive gegen syrische Regierungstruppen sind offenbar neben der islamistischen Nusra-Front Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) und der Gruppe Dschamaa Beit al Maqdis beteiligt.

          Die Soldaten von den Fidschi-Inseln waren am Mittwoch auf der syrischen Seite der Golanhöhen gefangengenommen worden, als Kämpfer der islamistischen Al-Nusra-Front das Gebiet stürmten. Zwar bemüht sich die UN um ihre Freilassung, doch seien die Gefangenen aus der von den Vereinten Nationen oder staatlichen Streitkräften erreichbaren Zone gebracht worden, sagte ein Militärsprecher der Fidschi-Inseln am Samstag. „Wir selbst haben keine Bestätigung und keine Kommunikation“ mit den Geiseln, sagte Mosese Tikoitoga. Laut jüngsten UN-Angaben sind die Soldaten wohlauf. Über ihre Freilassung laufen Verhandlungen mit den Aufständischen.

          Die Soldaten gehören der UN-Beobachtertruppe für Truppenentflechtung (Undof) an, die eine im Jahr 1974 zwischen Israel und Syrien geschlossene Waffenruhe überwacht. Zur Undof-Mission gehören derzeit etwa 1200 Soldaten aus sechs Ländern - aus Indien, Irland, den Niederlanden und Nepal sowie von den Philippinen und den Fidschi-Inseln. Israel hatte im Jahr 1967 Teile der Golanhöhen besetzt und im Jahr 1981 annektiert, was international nicht anerkannt wird. Ein Teil blieb unter syrischer Kontrolle.

          Drei Tote bei Bombenangriffen

          Nachdem bereits im vergangenen Jahr philippinische Soldaten verschleppt und später von syrischen Rebellen freigelassen worden waren, hatte das Land ein Ende seiner Beteiligung am Undof-Einsatz erwogen. Erst vor wenigen Tagen wurde beschlossen, den Einsatz nach der geplanten Rückkehr der Soldaten im Oktober nicht zu verlängern. Nun ist ein früherer Abzug im Gespräch.

          Weiter hieß es, dass bei Bombenabwürfen der syrischen Armee in der Nähe der eingekesselten UN-Soldaten mindestens drei Rebellen ums Leben gekommen sein sollen. Das berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Demnach waren in der Gegend auch Schüsse der islamistischen Al-Nusra-Front zu hören. Es gebe erste Berichte, wonach einige der eingeschlossenen Blauhelmsoldaten die Region hätten verlassen können, hieß es weiter.

          Die Al-Nusra-Front hatte am Donnerstag 72 philippinische Blauhelmsoldaten eingeschlossen. Weitere 44 Mitglieder der UN-Beobachtermission nahm die Miliz gefangen. Dabei handelt es sich um Soldaten der Fidschi-Inseln. Die Männer sind nach Angaben eines Sprechers der Vereinten Nationen sicher und wohlauf. Die Al-Nusra-Front ist mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündet.

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