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Geiselnahme im Irak : Dschihadisten stürmen Universität

  • Aktualisiert am

Der Irak versinkt in Gewalt: Vor der Geiselnahme an einer Universität am Samstag starben am 2. Juni mindestens 45 Menschen, als mehrere Bomben im Süden des Landes explodierten. Bild: dpa

Der Irak kommt nicht zur Ruhe. Bewaffnete Islamisten stürmten am Samstag eine Universität in der Provinz Al-Anbar und nahmen Studenten als Geiseln. Inzwischen wurden sie offenbar befreit. Bei Gefechten im Nordirak wurden zudem 59 Menschen getötet, in Bagdad starben mindestens 60 Menschen.

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          Nach der Erstürmung einer Universität durch Dschihadisten in der irakischen Provinz Al-Anbar haben Regierungstruppen nach Angaben des Staatsfernsehens alle Geiseln befreit. Insgesamt seien 25
          Dschihadisten in die Universität eingedrungen. Ihr mutmaßlicher Anführer Abu Ataa al-Halabi sei von Sicherheitskräften getötet worden, hieß es. Einige der Milizionäre hätten Sprengstoffgürtel umgebunden
          gehabt, hieß es.

          Am Morgen waren Dschihadisten nach Medienberichten in die Universität eingedrungen und hatten Studenten als Geiseln genommen. Wie das Nachrichtenportal Sumaria News unter Berufung auf Sicherheitskräfte meldete, handelte es sich bei den Extremisten um Kämpfer der Miliz Islamischer Staat im Irak und Syrien (ISIS). Sie hätten ein Gebäude der Sicherheitskräfte auf dem Campus in die Luft gesprengt sowie eine Brücke, die die Universität mit dem Stadtzentrum verbindet. Über die Zahl der Opfer war zunächst nichts bekannt.

          Eine Studentin berichtete über ihr Handy der Nachrichtenagentur AFP, wie sie von dem Anführer der Dschihadisten bedroht wurden: „Wir werden Euch eine Lektion erteilen, die Ihr nie mehr vergessen werdet“, sagte er demnach. Nach ihren Angaben beschimpfte er die Universität als „Bordell“, in dem Frauen Make-up trügen, Musik hörten und mit Männern Umgang hätten. Sie fürchtete, dass die Angst vor weiteren Angriffen nun viele Studenten davon abhalten könnte, ihre Studien fortzusetzen.

          Viele Opfer in Mossul und Bagdad

          Auch in der Stadt Mossul im Nordirak wurden bei Kämpfen zwischen der irakischen Polizei und Aufständischen mindestens 59 Menschen getötet. Bei den Toten handle es sich um 21 Polizisten und 38 Aufständische, hieß es aus Kreisen der Polizei. Erst am Freitag waren im Norden des Iraks mindestens 36 Menschen bei Anschlägen und Gefechten getötet worden, viele von ihnen in Mossul.

          In der Hauptstadt Bagdad sind am Samstag zudem bei einer Anschlagsserie mindestens 60 Menschen getötet worden. Die Bombenexplosionen hätten vor allem auf von Schiiten bewohnte Gegenden gezielt, sagten Vertreter von Sicherheitsbehörden und Ärzte. Demnach zündeten die Attentäter mindestens sechs Autobomben, ein weiterer Sprengsatz explodierte am Straßenrand. Die Anschläge ereigneten sich in sieben verschiedenen Stadtvierteln. Mindestens 78 Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt.

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