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Gaza-Krieg : Verhandlungen über Waffenstillstand

Ruhe über Gaza-Stadt, aufgenommen am Montagmorgen Bild: AP

Die israelischen Unterhändler kehren nach Beginn einer neuen Feuerpause nach Kairo zurück. In Gaza, wo seit Mitternacht wieder Ruhe herrscht, befürchtet man Kriegsschäden in Höhe von sechs Milliarden Dollar.

          Israelis und Palästinenser haben am Montag in Kairo ihre indirekten Verhandlungen über einen langfristigen Waffenstillstand wieder aufgenommen. Am Morgen war eine israelische Delegation in der ägyptischen Hauptstadt eingetroffen, wo sich schon palästinensische Unterhändler aufhielten. Seit Mitternacht halten beide Seiten eine auf 72 Stunden angesetzte Feuerpause ein, die bis Montagmittag nicht verletzt wurde. Kurz vor ihrem Beginn hatte die Hamas noch eine Rakete Richtung Tel Aviv abgefeuert, die über unbewohntem Gebiet niederging.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          In Kairo sprechen Israelis und Palästinenser nicht direkt miteinander, da Israel die Hamas boykottiert. Mitarbeiter des ägyptischen Geheimdienstes verhandeln mit beiden Delegationen und informieren danach die jeweils andere Seite. Die Gespräche gestalten sich auch deshalb schwierig, weil die Unterhändler nur begrenzte Vollmachten haben. Die Israelis müssen sich mit der Regierung in Jerusalem abstimmen, die Hamas-Vertreter mit Politbürochef Khaled Meschal in Qatar und der Hamas-Führung in Gaza. Die ägyptischen Vermittler weigern sich zudem, mit der Hamas zu sprechen und akzeptieren nur den Vertreter der Fatah-Organisation in der palästinensischen Delegation als Ansprechpartner. Sie wollen dadurch Präsident Mahmud Abbas stärken. Hamas und Islamischer Dschihad verlangen die Aufhebung der Blockade des Gazastreifens. Israel und Ägypten wollen die Abriegelung fürs erste aber nur lockern.

          Eine weitere Öffnung der Grenzen zu Israel und Ägypten ist für den Wiederaufbau dringend nötig. Nach ersten Schätzungen belaufen sich die Schäden in Gaza auf sechs Milliarden Dollar. Saudi-Arabien hat angekündigt, rund eine halbe Milliarde Dollar für den Wiederaufbau zur Verfügung zu stellen; am Montag traf sich der ägyptische Präsident Abd al Fatah al Sisi in Dschidda mit dem saudischen König Abdullah. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Qatar wollen mit größeren Summen helfen. Im September soll in Norwegen eine Geberkonferenz für Gaza stattfinden.

          Die im Gazastreifen herrschende Hamas habe die sterblichen Überreste eines bei der Bodenoffensive getöteten israelischen Soldaten, bestätigte Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon erstmals. Er versprach der Familie von Oron Schaul, alles zu unternehmen, um sie zurückzuführen. Schaul war bei einem Gefecht in dem Gaza-Viertel Sadschaija getötet worden und galt zunächst als vermisst. Es wird vermutet, Hamas könnte auch Teile der Leiche eines zweiten Soldaten haben.

          Die Verhandlungen waren vergangenen Freitag abgebrochen worden, nachdem die Hamas einer Verlängerung der damaligen Feuerpause nicht zugestimmt und abermals Raketen auf Israel abgeschossen hatte. Israel bombardierte daraufhin wieder Ziele im Gazastreifen.

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