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Gaza-Krieg : Amnesty International wirft Israel Kriegsverbrechen vor

  • Aktualisiert am

Anwohner vor zerstörten Gebäuden in Gaza-Stadt, Ende August 2014 Bild: AP

Nicht um Todesopfer, sondern um zerstörte Gebäude geht es in einem neuen Report der Menschenrechtsorganisation. Die Angriffe in den letzten Tagen des Gaza-Kriegs seien unnötige Strafaktionen gegen die Zivilbevölkerung gewesen und müssten untersucht werden.

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          Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Israels Armee in einem neuen Bericht Kriegsverbrechen vorgeworfen. Die Organisation bezog sich in ihrem am Dienstag veröffentlichten Report auf Angriffe des Militärs während der letzten vier Tage des Gaza-Kriegs im Sommer. Dabei seien vier mehrstöckige Gebäude im Gazastreifen „absichtlich und ohne militärische Rechtfertigung“ zerstört worden. Das sei ein Bruch internationalen Rechts, erklärte Amnesty.

          Auch Aussagen israelischer Militärsprecher zeigten, dass es sich um eine "Kollektivstrafe gegen die Bevölkerung des Gazastreifens" gehandelt habe, so Amnesty. Zwar habe Israels Armee die Bewohner der vier Gebäudekomplexe vorgewarnt. Dennoch seien hunderte Menschen verletzt worden und hätten ihr Zuhause, ihren Besitz und ihre Lebensgrundlagen verloren.

          Mehr als 2000 Tote

          Die israelische Militäroffensive im Gazastreifen war Ende August nach sieben Wochen beendet worden. Mehr als 2100 Palästinenser wurden bei den Angriffen getötet, die meisten von ihnen waren nach Angaben der UNO Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 73 Menschen, davon 67 Soldaten.

          Kriegsverbrechen müssten „unabhängig und unparteiisch untersucht“ werden, forderte Amnesty in dem Bericht. Die Verantwortlichen müssten vor Gericht gestellt werden und „faire Prozesse“ erhalten. Die israelischen Behörden reagierten zunächst nicht auf den jüngsten Bericht der Menschenrechtsorganisation.

          Israel lehnt UN-Kommission ab

          Die israelische Armee ermittelt selbst zu Vorfällen im Gaza-Krieg, unter anderem zu Angriffen auf UN-Gebäude in dem Palästinensergebiet. Auch die Vereinten Nationen untersuchen mögliche Kriegsverbrechen während der Militäroffensive. Daran beteiligt sich Israel aber nicht, weil das Land die zuständige Kommission für parteiisch hält.

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