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Gaza-Konflikt : Reporter ohne Grenzen kritisiert Angriffe auf Journalisten

  • Aktualisiert am

Presse-Zentrum: Eine israelische Rakete traf das Gebäude am Sonntag in Gaza-Stadt. Bild: REUTERS

Die israelische Armee tötet bei einem Luftangriff zwei Kameramänner des Hamas-Senders Al-Aksa-TV. „Reporter ohne Grenzen“ nennt den Vorfall ein Kriegsverbrechen.

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          Seit Beginn der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen vor einer Woche sind zwei Kameraleute getötet und insgesamt mindestens elf Journalisten verletzt worden. Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (ROG) kritisierte den Vorfall am Mittwoch harsch. Das Fahrzeug der Journalisten, die für den zur Hamas gehörenden Fernsehsender Al-Aksa-TV arbeiteten, wurde in Gaza-Stadt gezielt von der israelischen Luftwaffe beschossen, teilte die Organisation mit. Dem Sender Al-Aksa-TV zufolge war der Wagen der Kameramänner als Pressefahrzeug gekennzeichnet, wie eine ROG-Sprecherin in Berlin mitteilte. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) forderte angesichts der ausufernden Gewalt die Berichterstatter in Israel und Gaza zu äußerster Vorsicht auf.

          Ein Sprecher der israelischen Regierung hatte am Sonntag nach ROG-Angaben dem arabischen Fernsehsender Al Dschazira erklärt, die israelische Armee sehe Mitarbeiter von Al-Aksa-TV - anders als Reporter von BBC oder Al Dschazira - nicht als „legitime Journalisten“ an.

          ROG verwies darauf, dass Journalisten durch das Völkerrecht besonders geschützt seien. „Selbst wenn diese Journalisten die Hamas unterstützen, rechtfertigt das in keiner Weise solche Angriffe“, teilte ROB mit. Dies seien Kriegsverbrechen im Sinne der Genfer Konvention. „Die Verantwortlichen dafür müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“

          Der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken mahnte in Berlin, die Korrespondenten dürften keine vermeidbaren Risiken eingehen. Er sagte: „Das Leben und die körperliche Unversehrtheit von Journalistinnen und Journalisten zählen mehr als die schnelle Schlagzeile und das exklusive Bild.“

          Rennen nach einem Luftangriff: Journalisten in Gaza-Stadt

          In der Nacht zum Sonntag hatte die israelische Armee den Al-Schawa-Wa-Hassri-Turm in Gaza-Stadt bombardiert, in dem zahlreiche lokale und internationale Medien sitzen. Zum Zeitpunkt des Angriffs sollen etwa 15 Journalisten in mit „TV Press“ gekennzeichneten Schutzwesten auf dem Dach des Gebäudes über die Bombardements berichtet haben. Zu den Medien, deren Büros teilweise zerstört wurden, gehörten den Angaben zufolge die ARD, die Nachrichtenagentur Reuters und Abu Dhabi TV. Sechs Journalisten wurden demnach verletzt.

          Bei einem weiteren Angriff auf das „Haus der Journalisten“ in Gaza wurden laut ROG in derselben Nacht drei Mitarbeiter von Al-Aksa-TV schwer verletzt. Ein Sprecher der israelischen Streitkräfte habe über Twitter erklärt, die Bombardements hätten auf ein Kommunikationszentrum der Hamas gezielt. Am 19. November erlitten zwei Kameramänner von Al-Arabiya und einem lokalen Kanal von Al-Quds-TV leichte Verletzungen.

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