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Israelischer Geheimdienst : Menschenrechtler werfen Schin Bet Folter von Palästinensern vor

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Eine gemeinsame Zukunft von Israelis und Palästinensern wünscht sich dieser Demonstrant Anfang Februar in Bethlehem. Bild: Reuters

Schlafentzug, Fesselung, Demütigung – israelische Menschenrechtsorganisationen sind alarmiert. Der Inlandsgeheimdienst des Landes soll bei seinen Verhören brutal vorgehen. Der Schin Bet reagiert mit einer Stellungnahme.

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          Menschenrechtler haben Israels Inlandsgeheimdienst Schin Bet vorgeworfen, palästinensische Gefangene bei Verhören systematisch zu misshandeln. In einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht kritisieren die Organisationen B’Tselem und Hamoked zudem, die israelischen Behörden hätten die Folter gebilligt. Den Angaben zufolge gehörten Schlafentzug von bis zu mehreren Tagen, Fesselung, Demütigung, extreme Temperaturen, Nahrungsentzug sowie das Einsperren in engen Einzelzellen zu den Verhörmethoden des Geheimdienstes im Schikma-Gefängnis im südisraelischen Aschkelon.

          Der 69-seitige Bericht beruht nach Angaben der Verfasser auf Aussagen von 116 in dem Gefängnis inhaftierten Palästinensern aus dem Zeitraum von August 2013 bis März 2014. Demnach wurden die befragten Häftlinge Opfer einer oder mehrerer der genannten Misshandlungen. Rund ein Drittel gab an, bei der Festnahme geschlagen und misshandelt worden zu sein.

          Ebenfalls ein Drittel der Befragten war den Angaben zufolge vor der Verhaftung durch israelische Sicherheitskräfte von der Palästinenserbehörde festgenommen worden. Mindestens 14 hätten angegeben, auch dort unter Folter verhört worden zu sein.

          Der Schin Bet erklärte in einer Stellungnahme vor Veröffentlichung des Berichts, die Verhöre würden im Einklang mit dem israelischen Gesetz durchgeführt. Der Bericht sei in einer tendenziösen Weise erstellt worden und konzentriere sich auf isolierte Einzelfälle. Der Geheimdienst unterliege „permanenten Inspektionen durch interne und externe Aufsichtsorgane“.

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