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Flüchtlingsproblem am Mittelmeer : Über 1000 Menschen landen auf Lampedusa

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Nordafrikanische Flüchtlinge auf einem von vier Booten auf Lampedusa in der Nacht zum Samstag Bild: dpa

In der Nacht zum Samstag sind italienischen Medien zufolge über 1000 Flüchtlinge auf der Mittelmeerinsel Lampedusa angekommen, darunter 122 teils hochschwangere Frauen. Ein geplanter Besuch Silvio Berlusconis auf der Insel wurde kurzfristig abgesagt.

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          Abermals sind mehr als 1000 Bootsflüchtlinge über Nacht auf der kleinen Insel Lampedusa angekommen. Wie italienische Medien berichteten, erreichten in der Nacht zum Samstag 1041 Immigranten mit insgesamt vier Booten die Felsinsel südlich von Sizilien. Die Menschen - darunter 122 teils hochschwangere Frauen und 33 Kinder - seien aus Libyen geflohen. Ihre Nationalität wurde bislang nicht bekannt.

          Die Flüchtlinge sollten rasch nach Sizilien und auf das italienische Festland gebracht werden, um in anderen Flüchtlingslagern unterzukommen. Ein geplanter Besuch des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi auf Lampedusa wurde dennoch kurzfristig abgesagt. Der Premier wolle vermeiden, die Hilfsmaßnahmen durch seine Anwesenheit zu behindern, teilte die Regierungszentrale in Rom mit. Laut Medienberichten wollte Berlusconi die Insel zur Freihandelszone erklären.

          Wegen Flüchtlingen deutlich weniger Touristen auf Lampedusa

          Es sei schon alles vorbereitet gewesen, bedauerte Vizebürgermeisterin Angela Maraventano die Absage. Die kleine Insel kämpft seit langem um politische Aufmerksamkeit und Hilfe. Wegen des Flüchtlingsansturms seit Beginn des Jahres kommen deutlich weniger Touristen nach Lampedusa als erhofft.

          Italien und vor allem Lampedusa sind seit dem Beginn der Umwälzungen in Nordafrika verstärkt Anlaufstelle für Migranten und Flüchtlinge aus dem Mittelmeerraum. Seit Januar strandeten mehr als 43 000 Menschen an italienischen Küsten, über 33 000 auf Lampedusa. Etwa 130 Kilometer von der tunesischen Küste entfernt, ist die lediglich 20 Quadratkilometer große Insel seit Jahren für viele verzweifelte Bootsflüchtlinge das ersehnte „Tor nach Europa“.

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